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Kultur im Norden Shakespeare im Stall gefällt
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16:42 16.03.2019
Celia (Merle Rathje, l.) und Rosalind (Elisabeth Jahn) necken Orlando (Jörn Bansemer), der in Rosalind verliebt ist. Quelle: Astrid von Wissel
Neu Horst

Er oder sie? Stadt oder Land? Mann oder Frau? Geld oder Liebe? Es gibt viele Fragen, Irrungen und Wirrungen in Shakespeares Schauspiel „Wie es euch gefällt“. Mit dieser Komödie hat das Theater im Stall nach Wolfgang Borcherts Nachkriegsdrama „Draußen vor der Tür“ nun wieder leichte Kost auf die Bühne gebracht – mit großem Premierenerfolg am Freitag.

Liebesspiel im Wald von Arden

Von der Bühne hängen rostbraune bewegliche Stangen (Bühnenbau/Ausstattung Gösta Harbs). Sie bilden zunächst die Kulisse für den Obstgarten, in dem sich die Brüder Oliver (Michael Hagedorn hochmütig höfisch) und Orlando (Jörn Bansemer zwischen Verzweiflung und Euphorie) streiten. Später sind die Stangen Bäume im Wald von Arden, in dem sich die vom Hof Geflüchteten finden und auf Schäfer und Bauern treffen. Da sind Rosalind, die Orlando liebt, sich auf ihrer Flucht aber als Mann verkleidet hat, und ihre Cousine Celia. Auch Orlando liebt Rosalind, erkennt sie aber nicht in der Verkleidung. Keck spielen Rosalind und Celia ihr Spiel mit Orlando, kraft- und lustvoll von Elisabeth Jahn und Merle Rathje dargestellt zwischen mädchenhaftem Gekicher und selbstbewusstem Auftrumpfen.

Liebeswirren mit Schäfern

Regisseurin Angela Bertram hat den Text klug bearbeitet und das Stück flott inszeniert. Prägnante Dialoge, schneller Schlagabtausch, gutes Timing lassen keine Längen aufkommen. Das Zusammentreffen mit den Schäfern im Wald bringt zusätzliche Liebeswirren, die Darsteller der Landbevölkerung spielen rustikal und sorgen für Schwung. Und ach, die Sehnsucht nach der Natur wird köstlich ausgekostet beim Picknick und in den Liedern (Anna Bertram). Dass am Ende jeder Topf seinen Deckel findet, versteht sich von selbst.

Die ganze Welt ist eine Bühne

Vor 400 Jahren hat Shakespeare das Stück geschrieben, seine Themen sind zeitlos. Die Sehnsucht nach einem alternativen Leben in der Natur etwa, die Rolle von Mann und Frau, unglückliche Liebe sowieso. Und das Spiel im Spiel könnte aktueller nicht sein. „Die ganze Welt ist eine Bühne“ heißt es bei Shakespeare – und diese Bühne sind heute die sozialen Medien. Rollen werden ab- und angelegt, alles nur Theater, wie es uns gefällt. Das haben die elf Mitglieder der Cumpaney mit großer Spielfreude und Energie dargestellt. Und den Zuschauern hat’s gefallen, sie dankten den Akteuren mit viel und langem Applaus.

Gespielt wird donnerstags bis sonntags bis zum 31. März. Die Karten sind ausverkauft, aber es gibt eine Warteliste. Anmeldung unter Telefon 04542/82 13 66.

Kritik der vergangenen Aufführung „Draußen vor der Tür“

Petra Haase

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