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Songs ohne die üblichen Klischees

Hamburg/Lübeck Songs ohne die üblichen Klischees

Super Wang! – das sind vier Musiker aus Hamburg und Lübeck. Ihre erste EP bietet persönliche Texte und einen individuellen Pop.

In ihren Songs verarbeiten sie eigene Gedanken und Gefühle (v.l.): Keyboarder Alexander, Drummerin Dine, Sänger Attila und Gitarrist Martin sind Super Wang!

Hamburg/Lübeck. Sie wollen weder platte Klischees noch Meinungsmache in ihren Songs. Die Newcomer-Band Super Wang! singt über Veränderungen, Politik und Beziehungen.

Ihre persönlichen Texte verpacken sie in eine Mischung aus Britpop, Alternative und Rock, die sie mit synthetischen Samples kombinieren. So entsteht ein individueller Sound, mit dem die vor zwei Jahren gegründete Band bereits Auftritte in London und Amsterdam und zudem den sechsten Platz beim Emergenza-Bandcontest erreicht hat. Jetzt möchten die Musiker aus Hamburg und Lübeck mit ihrer selbst produzierten EP durchstarten. Und das ohne Plattenlabel und Produzent.

Super Wang! sind Sänger und Bassist Attila, Schlagzeugerin Dine, Gitarrist Martin sowie Keyboarder Alexander. Die Vier treffen sich zum Proben in einem grauen Bunker in Hamburg-Hamm. Bevor es losgeht, gibt es Pizza und Bier beim Lieferanten. „Unser Ritual“, erklärt Dine. In dem Gebäude nebenan führt der Weg zum Probenraum durch ein Labyrinth aus Treppen und Türen mit dicken Ketten.

Zwischen einer wilden Mischung aus alten Möbeln und an die Wand genagelten Heavy Metal-T-Shirts bauen sie ihre Instrumente auf. Die Accessoires stammen von Bands, mit denen sie sich den Raum teilen.

Aber jeden Dienstag gehört er nur ihnen und ihrer Musik.

Beim Proben stehen die Musiker zueinander gewandt und beobachten sich. „Wir sind Kinder und Könige, so klein und riesengroß. Was andere könn’, könn’ wir schon lang – wir sind Super Wang!“, stimmt Attila den Song „Und so“ an. „Das war zu schnell“, unterbricht Alexander, „so funktioniert das für mich nicht.“ Der Diskurs ist der Band bei der Entwicklung ihrer Songs wichtig, schließlich bringen die Musiker ganz unterschiedliche musikalische Einflüsse mit. Alexander studiert in Hamburg Opernregie, er unterlegt den Pop auch mal mit Melodien von Brahms. „Es gibt nicht viele Bands, die Britpop auf diese Weise mit synthetischer Musik kombinieren“, sagt der 36-Jährige. Dine hat bis zum experimentellen Jazz hin alles Mögliche an den Drums ausprobiert. Songwriter und Sänger Attila spielte jahrelang in einer Punkband. „Aber eigentlich war das nicht meine Musik, ich wollte endlich Pop machen“, sagt er. Aus diesem Wunsch heraus gründete er die Band. Bereits bei der ersten Jam-Session funkte es zwischen Attila, Dine und Alex. Drei ihrer Songs entstanden, die sie für ihre EP aufgenommen haben. Martin kam vor einem halben Jahr dazu, nachdem Gitarrist Arno die Band verlassen hatte.

Den Bandnamen (der übrigens deutsch ausgesprochen wird) verdankt Super Wang! einem andalusischen Supermarkt. Dass superwang im englischen eine schlüpfrige Bedeutung hat, wurde ihnen jedoch zu spät bewusst. Aber nicht einmal das Publikum in London ließ sich davon abschrecken. Beim Konzert wurden die deutschen Texte mitgesungen. „Ein unglaubliches Gefühl“, sagt Dine. Die Schlagzeugerin arbeitet gerade an einem Text über die Flüchtlingspolitik – ebenfalls auf Deutsch. Denn die Vier wollen nur in ihrer Muttersprache singen. „Man kann sich einfach besser ausdrücken“, sagt Frontsänger Attila.

Mit Zeilen wie „Ich sehne mich. Du verhöhnst mich. Du verwöhnst mich. Und ich will das nicht“ beschreibt er in dem Song „Lass nicht los“ wechselnde Gefühle in Beziehungen. In dem fast vier Minuten langen Musikvideo werden drei Pärchen im Alltag gezeigt. Ein Mann und eine Frau, zwei Frauen und zwei Männer flirten, streiten und versöhnen sich. „Ich bin selbst schwul und fand es verlogen, zu meinem Song nur ein heterosexuelles Paar zu zeigen“, sagt Attila.

Teilnahme am SPH Bandcontest

Der nächste Auftritt von Super Wang! ist am Freitag, 25. November, im Musikclub Bambi Galore, Öjendorfer Weg 30a in Hamburg. Die Band wird dort an dem SPH Bandcontest teilnehmen.

Er gilt als der größte Bandwettbewerb im deutschsprachigem Raum und findet in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt.

Die EP erhalten Interessierte über die Website der Band

(www.superwang.de). Auf dem ersten Tonträger von Super Wang! sind sechs Songs, darunter auch der Titel „Lass nicht los“. Das Musikvideo zu diesem Song ist ebenfalls auf der Website zu finden.

Alessandra Röder

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