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Spannender Krimi aus der Franco-Zeit

Lübeck Spannender Krimi aus der Franco-Zeit

Ana, Reporterin eines Barceloneser Revolverblatts, wird für einen ominösen Auftrag in ein weltabgeschiedenes Dorf geschickt.

Lübeck. Ana, Reporterin eines Barceloneser Revolverblatts, wird für einen ominösen Auftrag in ein weltabgeschiedenes Dorf geschickt. Sie soll der Geschichte eines jungen Mädchens mit Stigmata nachgehen, die als neue Heilige verehrt wird. Doch die moderne Städterin misstraut dem Spuk. Eher glaubt sie an ein schlau eingefädeltes PR-Spektakel der Kirche. In bitterer Kälte und feindlicher Umgebung recherchiert die junge Journalistin und kommt am Ende verbrecherischen Machenschaften auf die Spur. Allerdings anderer Art als erwartet. Das Autorenduo Rosa Ribas und Sabine Hofmann hat mit der Journalistin Ana für ihre Krimi-Reihe aus der Franco-Zeit eine couragierte Protagonistin kreiert, die so gar nicht in das piefige Spanien jener Jahre passen will. „Die große Kälte“ zeichnet ein erstklassiges Panorama einer Epoche der Rückständigkeit, des moralischen Rigorismus und der Heuchelei. Ein Krimi, der alles andere als Dutzendware ist.

„Die große Kälte“ von Rosa Ribas/Sabine Hofmann, Kindler Verlag, 336 Seiten. 19,95 Euro.

Einen spannenden Science-Fiction-Thriller hat der Amerikaner Patrick Hemstreet unter dem Titel „Die Gotteswelle“ veröffentlicht. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein Neurowissenschaftler, der an einem ehrgeizigen Projekt arbeitet. Er sucht nach einem Verfahren, das es erlaubt, Maschinen einzig mit Gedanken zu beeinflussen. Der entscheidende Durchbruch gelingt jedoch erst durch den Beitrag eines Mathematikers. Von ersten Erfolgen motiviert, gründen die beide eine Firma. Hier zeigen sich bald unüberbrückbare Gegensätze zwischen den beiden Forschern. Als dann auch noch eine geheime Militärbehörde ins Spiel kommt, eskalieren die Ereignisse. Hemstreets Geschichte erscheint jederzeit plausibel und glaubhaft.

„Die Gotteswelle“ von Patrick Hemstreet. HarperCollins Verlag, 448 Seiten. 19,90 Euro.

Oberinspektor Chen hat sich in Shanghai unbeliebt gemacht. Er wird weggelobt und erhält eine Position mit hochtrabendem Titel und wenig Einfluss. Weitaus schlimmer ist jedoch, was in seinem Umfeld geschieht: Die Wohnung seiner Mutter wird verwüstet, eine Freundin wird getötet und bei einer Razzia entgeht er nur zufällig einer Verhaftung. Chen weiß nicht, aus welcher Richtung die Bedrohung kommt. Es kann das organisierte Verbrechen sein, aber genauso gut hohe Parteikader, die ihn loswerden wollen. Qiu Xiaolong, der seit dem Massaker in Peking 1989 im US-Exil lebt, hat mit den Shanghai-Krimis um Chen Cao für westliche Leser eine neue Welt und den Blick ins heutige China geöffnet.

„Schakale in Shanghai“ von Qiu Xiaolong: Paul Zsolnay Verlag. 320 Seiten.

LN

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