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Kultur im Norden Spektakulär: Kommissar Schiavone ermittelt
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Spektakulär: Kommissar Schiavone ermittelt
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18:12 14.06.2017

Der exzentrische Kommissar Rocco Schiavone ist von Rom ins Aosta-Tal strafversetzt worden, dessen Klima und Bewohner ihm verhasst sind. Da kommt ihm die Entführung einer Schülerin gerade recht, um ihn von seinem elenden Dasein abzulenken. Die Eltern geben sich ahnungslos. Rocco bohrt nach und stellt fest, dass es in der Firma des Vaters nicht immer ganz legal zugeht.

Der Beamte fürchtet, dass die Mafia dahinter steckt, und bangt um das Leben des Mädchens. Antonio Manzinis Reihe mit Rocco Schiavone ist ein herrlicher Widerspruch zu allem, was politische Korrektheit ausmacht. In seinem neuen Krimi „Alte Wunden“ zeigt sich der Kommissar in Hochform. Er flucht und raucht. Einem Joint nicht abgeneigt, verkörpert er alles, was gegen Sitte und Anstand verstößt. Manzini hat eine spektakuläre Figur geschaffen, die in der Welt der Krimiliteratur ihresgleichen sucht.

„Alte Wunden“ von Antonio Manzini. Rowohlt Verlag, 352 Seiten. 9,99 Euro.

Der englische Drehbuchautor Robert Thorogood hat mit „Murder in Paradise“ eine erfolgreiche BBC-Krimiserie etabliert, aus der nun eine Buchserie geworden ist. Inspector Richard Poole verkörpert den Briten in Vollkommenheit. Nachdem er von London auf eine Karibikinsel versetzt wurde, hält er sich eisern an seine britische Lebensweise, was sich nicht zuletzt am klimatisch ungünstigen Kammgarnanzug zeigt. Als in einem Luxusresort bei einer Meditationsübung ein Guru ermordet wird, muss einer der Teilnehmer der Mörder sein, denn der Raum war von innen verschlossen. Der erste Richard Poole-Roman ist köstlich und spielt auf ironische Weise mit Klischees. Die Hauptfigur ist in ihrer Skurrilität liebenswert.

„Mord im Paradies“ von Robert Thorogood. Rowohlt Verlag, 384 Seiten. 9,99 Euro.

Eine junge Fernsehjournalistin steht im Mittelpunkt von Christina Kovacs Thrillerdebüt „Stadt der Intrigen“. Als die Washingtoner Journalistin Virginia Knightly über einen Vermisstenfall berichten soll, kommt ihr das Gesicht der Verschwundenen bekannt vor. Sie hatte die Frau in einem eleganten Restaurant im Streit mit einem Mann gesehen. Die ehrgeizige Journalistin will den Fall selbst lösen und stellt bald fest, dass ihr Engagement offenbar einflussreichen Personen nicht gefällt.

„Stadt der Intrigen“ von Christina Kovac. Penguin, 414 S., 10 Euro.

LN

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