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Kultur im Norden Spektakuläre Inszenierung eines Theaterstreits
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18:10 23.09.2017
Protest gegen den künstlerischen Kurs der Volksbühne: Aktivisten besetzten das Berliner Theater. Quelle: Foto: Christian Mang/imago

Am Freitagnachmittag wurde das Theater am Rosa-Luxemburg-Platz von dem Kunst-Kollektiv „Staub zu Glitzer“ besetzt. Sie wollten dort für zunächst drei Monate bleiben und ein eigenes Programm erstellen. Vor das Theater hängten sie ein Transparent mit dem Schriftzug „Doch Kunst“ und verschlossen einige Türen des Gebäudes mit Ketten und Schlössern. Über Twitter ließ das Kunst-Kollektiv verlauten: „Bei unserer performativen Intervention geht es nicht um die Personalie Chris Dercon, sondern um eine Neuaushandlung des Ortes.“

Am Theater schwelt seit Monaten ein Streit um den Kurs des neuen Intendanten Chris Dercon, der als Nachfolger des langjährigen Chefs Frank Castorf im August das Haus übernahm. Kritiker befürchten, dass die Volksbühne zu einem kommerzialisierten Eventtheater umgestaltet werden könnte.

In einer Pressemitteilung stellten die Aktivisten die Aktion in Zusammenhang mit einem Protest gegen Gentrifizierung: „Neben der extremen und unverfrorenen Verdrängung der Wohnbevölkerung findet eine ebenso starke Verdrängung kultureller Einrichtungen wie Clubs, Ateliergemeinschaften oder Theaterbühnen statt zugunsten einer an Massentourismus und Profit orientierten Kulturlandschaft.“ Die Neuausrichtung der Volksbühne sei symptomatisch für diese Entwicklung. Das Künstlerkollektiv fordert eine Neuverhandlung über die Zukunft des Theaterhauses.

Die neue Leitung verhandelt nun mit den ungebetenen Gästen. Bis tief in die Nacht habe es Gespräche gegeben, sagte der Sprecher des Theaters Johannes Ehmann. Auch Intendant Chris Dercon und Kultursenator Klaus Lederer (Linke) waren dabei. Die Gespräche endeten „ergebnisoffen“. Eine Räumung sei nicht geplant. Von den Aktivisten erwarte man, dass sie die Hausregeln beachteten, das Haus nicht beschädigten und den Mitarbeitern „friedlich“ begegneten. „Und bitte lüftet mal.“

Von Nina May

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