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Spendengala mit Blech, „Zauberflöte“ und Shantys

Lübeck Spendengala mit Blech, „Zauberflöte“ und Shantys

Die Marienkirche war fast voll besetzt, als am Donnerstag die ersten Töne des Ensembles Lübsches Blech erklangen.

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Lübsches Blech spielte bei der Spendengala.

Quelle: Malzahn

Lübeck. Die Marienkirche war fast voll besetzt, als am Donnerstag die ersten Töne des Ensembles Lübsches Blech erklangen. Mit der Fanfare „La Peri“ von Paul Dukas hatten sich die Blechbläser zum Auftakt der zweiten von ihnen initiierten Spendengala für Flüchtlinge ein delikates Stück ausgesucht. Es war ein Beweis dafür, dass Blechmusik nicht immer martialisch klingen muss.

Klang aber ist ein Problem in der großen Kirche. Als die Lübecker Philharmoniker unter Leitung von Andreas Wolf Mozarts Ouvertüre zur „Zauberflöte“ darboten, kam in den hinteren Reihen nur noch ein Klang-Brei an. Im Fugato etwa waren die einzelnen Stimmen kaum noch zu identifizieren. Weitaus durchsichtiger hingegen die Miniaturen von Bartók und Berio, die Daniel Sepec und Yurina Otsuka spielten: Hier waren Struktur und Intention deutlich erkennbar.

Über die Arbeit mit Flüchtlingskindern berichteten Matthias Isecke-Vogelsang, Rektor der Gotthard-Kühl-Schule, und Hans Niehaus vom Carl-Jakob-Burckhardt- Gymnasium. Der Erlös der Spendengala war dem Thema „Deutsch als Zweitsprache“ gewidmet, beide Lehrer berichteten über ihre Erfahrungen (siehe auch S. 33). Niehaus etwa betonte, wie wichtig zum Beispiel Lieder bei der Vermittlung der deutschen Sprache sein können.

Nach einem beeindruckenden Auftritt des Oberstufenchores der Freien Waldorfschule unter Sabine Kutassi waren wieder die Lübecker Philharmoniker an der Reihe. Das Intermezzo aus Franz Schmidts spätromantischer Oper „Notre Dame“ war in den hinteren Reihen wieder nur als üppiger Klangbrei zu vernehmen. Wer vorne saß, konnte die subtile Musik weitaus besser goutieren.

Einen musikalischen Rundumschlag wollte die Spendengala bieten. Und so folgte der Shanty-Chor Möwenschiet auf die Philharmoniker. Und was einen Seemann nicht erschüttern kann, erschüttert auch einen Pastor nicht: Nils Petersen aus Hamburg bot einen hörenswerten und selbstironisch-amüsanten „Popen Poetry Slam“. Es fehlte nur der dichterische Gegner.

Das Duo Christoph Oeding und Peter Köhler bot jazzig angehauchte Impressionen, Lübsches Blech lockte die Zuhörer auf einen persischen Markt, die Band Glenfiddle bot verträumte Folk-Klänge – damit war der Reigen fast geschlossen. Den Abschluss bildete dann ein gemeinsam gesungener Choral: „Die güld’ne Sonne . . .“ Fel

LN

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