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Kultur im Norden Spielerische Ermunterung zum Sprung ins Leben
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18:46 14.06.2018
Lübeck

„Wunderbrut“ ist kein leichter Stoff. Der Autor stellt in diesem Stück, empfohlen für Kinder ab acht Jahren, tiefschürfende Fragen nach der menschlichen Existenz: Woher kommen wir? Was bedeutet Leben? Was macht Menschen glücklich? Kindgerecht verpackt ist das Ganze in eine märchenhaft-allegorische Geschichte aus der Perspektive von Ungeborenen. Diese, im Stück „Tupfen“ genannt, haben den mutigen Sprung ins ungewisse Leben noch vor sich. Die zukünftige Heimat Erde ist ein Ort, auf dem es vieles gibt, was das Leben reich und bunt macht – trotz vieler schrecklichen Dinge, die sich dort auch zutragen.

Über den richtigen Zeitpunkt zum Absprung der Tupfen aus ihrem gemütlichen Nest (eine kreisrunde Fläche, übersät mit unzähligen Stofffetzen) wacht nach den Vorgaben des Stücks Adebar, kostümiert mit schwarzem Frack. Diese Figur lässt Regisseurin Katrin Ötting im Doppelpack auftreten. Ebenso hat sie die übrigen Darsteller im Alter von zehn bis 21 Jahren originell in optisch gut zu unterscheidende Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe steht jeweils für einen Protagonisten – Gelb verkörpert „Prima“, Grün „Secunda“, Blau „Tertius“.

Katrin Ötting gelingt es, dem philosophischen Ernst spielerische Freude und Leichtigkeit entgegenzusetzen: Die Darsteller agieren gekonnt pantomimisch, springen, hüpfen und tanzen zu Musik.

Selbst die zum Teil absurden Dialoge ernten beim Zuschauer ein Lächeln. Spannend ist ein auf den Bühnenhintergrund projizierter Schwarzweißfilm mit Tanzszenen. Etwas dick aufgetragen wirkt der pädagogische Eifer von Adebar, der seine Schützlinge stets ermahnt und ermuntert. Sein Rat für die Reise ins Leben: „Die drei Schätze sind: Fantasie, Liebe und Hoffnung. Und vergesst nicht zu spielen!“ Die zehnjährige Johanna Meyer, ein „blauer Tupfen“, steht zum ersten Mal auf der Bühne – mit Feuereifer. Zur Premiere ist die Familie aus Hamberge gekommen. Bruder Anton fand das Theater „toll“. Aber der Siebenjährige bleibt erst mal beim Fußball.

Nächste Aufführung So, 1.7., 16 Uhr

Von Dorothea Kurz-Kohnert

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