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Spike Lees „Chi-Raq“: Sexstreik für den Frieden

Berlin Spike Lees „Chi-Raq“: Sexstreik für den Frieden

Die Oscars will Spike Lee boykottieren, aber der Berlinale gab der Regisseur die Ehre. Doch hielt sich der Wortführer des Protests gegen die Nicht-Nominierung Schwarzer in Hollywood erstaunlich zurück: „Ich schreibe niemandem vor, was er tun soll. Ich habe nur gesagt, dass ich nicht hingehe“, sagte er in Berlin. Schon diese Ankündigung habe die Oscar-Academy aufgerüttelt.

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Teyonah Parris und John Cusack in „Chi-Raq“.

Berlin. Die Wut über die Benachteiligung Schwarzer aber steckt tief in Lee drin. Das zeigt sein in den USA ebenso gelobtes wie umstrittenes Musical „Chi-Raq“, eine Anklage gegen die Waffen- und Bandengewalt in Chicago. In Chicago sind seit dem Beginn des Jahrtausends mehr Mordopfer gezählt worden als getötete US-Soldaten in den Kriegen im Iran und Afghanistan zusammen. Bis Ende 2015 starben 7356 Menschen, die meisten waren Farbige.

Und nun ist im Film wieder ein Mädchen zwischen die verfeindeten Gangs geraten, die kleine Patti ist tot. Am offenen Sarg prangert der Pfarrer (John Cusack) die Armut und soziale Diskriminierung an.

Es sind die Frauen um Lysistrata (Teyonah Parris), die handeln. Sie rufen zum Sexstreik auf, um die Männer zum Frieden zu zwingen. Ihr provozierender Schlachtruf lautet: „No Peace, No Pussy!“

sto

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