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St. Aegidien neu entdeckt

Lübeck St. Aegidien neu entdeckt

„Leuchten aus der Stille“ – Peter Fischer zeigt in der Kunsttankstelle Fotos von der kleinsten Innenstadtkirche Lübecks.

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Ziert barbusig die Kirche – Peter Fischer zeigt ungewöhnliche Ansichten aus St. Aegidien in der Kunsttankstelle.

Quelle: Foto: Dorothea Kurz-Kohnert

Lübeck. Peter Fischer hat die Monate von Februar bis Juli zum Fotografieren genutzt. Denn in der Zeit kann man St. Aegidien in seiner vollen Schönheit sehen: Das lübsche Gotteshaus der Handwerker, die kleinste Kirche in der Innenstadt, ist dann nicht vom Laub der riesigen Platanen verdeckt. Die Stärke der Ausstellung in der Kunsttankstelle liegt am Standort und in den Motiven, die der Fotograf gewählt hat. Peter Fischer durfte ins Gewölbe klettern und auf den Glockenturm, von und an Orten der Kirche fotografieren, die Besuchern normalerweise verwehrt sind. Der Vorsitzende von Defacto Art schwärmt: „Vom Glockenturm aus sieht man alle übrigen Kirchen der Innenstadt – Dom, St. Petri, St. Marien und St. Jakobi.“ Aus 250 Aufnahmen hat er 50 Motive für die Ausstellung zusammengestellt: Gezeigt werden 22 Fotos im Plakat-Format (50 × 70 Zentimeter) und 24 in DIN A 4. Mit der Kamera hat Peter Fischer Details aufgespürt, die selbst Kenner von St. Aegidien überraschen dürften: eine freizügige, barbusige Frauengestalt am Kanzelaufgang, der Leuchter, der in barocker Pracht wie Bernstein goldgelb funkelt, oder die „Verkündung“, ein zartes Gemälde im Kirchenschiff. In der Nahaufnahme der Christus-Porträts bewegt das Leiden von Jesus am Kreuz aus unmittelbarer Nähe.

Die wenigen Außenaufnahmen von St. Aegidien fallen in ihrer Wirkung hinter die überraschenden Detail-Fotos aus dem Innern der Kirche zurück: Sie bleiben auf dem Niveau von schönen Postkarten.

Bei der Vernissage wird Aegidienpastor Thomas Baltrock einführende Worte sprechen. Er gibt einen Abriss über den Bau im Stil der Backsteingotik, 1227 erstmals erwähnt. Nicht nur aus fotografischer Perspektive gibt es Neues in St. Aegidien zu entdecken, sondern auch aus geschichtlicher Sicht – beispielsweise ist da die Sache mit dem „T“ als Logo für St. Aegidien.

Peter Fischer, der als Sänger des Bachchores „seiner Kirche“ sehr verbunden ist, wird den Erlös von verkauften Fotos sowie sein Datenmaterial der Aegidien-Kirchengemeinde zur freien Nutzung überlassen. Dorothea Kurz-Kohnert

Vernissage heute 19 Uhr, Kunsttankstelle, Wallstraße 3-5, geöffnet am So von 14-19 Uhr sowie zur gleichen Zeit am darauffolgenden Do, Fr und Sa.

LN

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