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Staats-Propagandist und Regisseur in Bad Segeberg

Bukarest Staats-Propagandist und Regisseur in Bad Segeberg

Der rumänische Filmer Sergiu Nicolaescu ist tot.

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Nicolaescu (r.) mit Freddy Quinn 1993 in Bad Segeberg.

Quelle: LN-Archiv

Bukarest. Der prominente rumänische Regisseur Sergiu Nicolaescu ist gestern im Alter von 82 Jahren in Bukarest gestorben. Wie die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax berichtete, erlag er einem Herzleiden.

Von seinen 49 Filmen entstanden zwölf in Koproduktion mit Partnern aus Deutschland, Frankreich und den USA. An den großen ZDF- Vierteilern „Der Seewolf“ (1971) und „Lockruf des Goldes“ (1975) war Nicolaescu als Co-Regisseur mit Wolfgang Staudte beteiligt. Beide Abenteuerfilme wurden zum größten Teil in Rumänien gedreht.

Diese Arbeiten qualifizierten Nicolaescu auch für Inszenierungen bei den Karl-May-Spielen von Bad Segeberg. 1989, 1990, 1992, 1993 und 1994 führte er Regie bei „Der Schatz im Silbersee“, „Winnetous letzter Kampf“, „Old Surehand“ — alle noch mit Pierre Brice als Winnetou —, zuletzt bei „Der Ölprinz“ und „Der Schatz im Silbersee“ mit Gojko Mitic.

Nicolaescu war in Rumänien äußerst beliebt, obwohl er als Propagandist des kommunistischen Regimes galt. Es wurde ihm vorgeworfen, er habe damals regimekritische Kollegen beim Staatspräsidenten Ceausescu angeschwärzt; er selbst hatte dies dementiert.

Nicolaescu produzierte opulente Kostümfilme, die Rumäniens Geschichte nationalistisch verklärten, sowie Krimis und Abenteuergeschichten. Nach dem Fall des Kommunismus stand der gelernte Ingenieur im Konflikt mit der jüngeren Generation der Filmemacher, weil seine Filme nach deren Ansicht zu großzügig mit staatlichen Mitteln gefördert wurden.

Von 1990 an saß er für die Sozialdemokraten als Senator im Oberhaus des rumänischen Parlaments. In der Partei fanden viele gewendete Kommunisten eine Heimat.

LN

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