Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 16 ° Gewitter

Navigation:
„Stairway to Heaven“ ist nicht geklaut

Los Angeles „Stairway to Heaven“ ist nicht geklaut

Die legendäre Band Led Zeppelin kann vor einem US-Gericht Plagiatsvorwurf entkräften.

Voriger Artikel
„Offen für Neues“, sagt Eric Staiger
Nächster Artikel
Starke Bilder, schöne Stimmen

So sahen die Herren von Led Zeppelin vor einigen Jahrzehnten aus: Robert Plant (links) und Jimmy Page schrieben den Song „Stairway to Heaven“.

Quelle: Fotos: Dpa

Los Angeles. Der Prozess hielt Led Zeppelin und viele Fans in Atem – doch nun hat eine US-Jury entschieden: Für die Rock-Hymne „Stairway to Heaven“, die Musikliebhaber seit 45 Jahren begeistert, hat die Band nicht geklaut. Ein Geschworenen-Gericht in Los Angeles hat die britische Rockband von dem Vorwurf freigesprochen, bei der melancholischen Einleitung zu der legendären Ballade „Stairway to Heaven“ von einer anderen Gruppe abgekupfert zu haben. Die Jury in Los Angeles brauchte für ihre Entscheidung weniger als einen Tag, wie US-Medien gestern berichteten. In dem Plagiatsprozess musste Led Zeppelin sich gegen den Vorwurf wehren, die Anfangsakkorde von „Stairway to Heaven“ (1971) von dem Lied „Taurus“ (1968) der US-Band Spirit geklaut zu haben. Es ging auch um Tantiemen in Millionenhöhe.

LN-Bild

Die legendäre Band Led Zeppelin kann vor einem US-Gericht Plagiatsvorwurf entkräften.

Zur Bildergalerie

Gitarrist Jimmy Page (72) und Sänger Robert Plant (67) zeigten sich erleichtert: „Wir sind dankbar für den gewissenhaften Dienst der Jury und froh darüber, dass sie zu unseren Gunsten entschieden hat.“ Zweifel über den Ursprung von „Stairway to Heaven“ seien nun ausgeräumt. „Die Geschworenen haben bestätigt, was wir seit 45 Jahren wissen. Wir freuen uns über die Unterstützung unserer Fans und sind zuversichtlich, diese rechtliche Angelegenheit hinter uns lassen zu können.“

Die beiden Musiker hatten die Vorwürfe vor Gericht als „lächerlich“ zurückgewiesen und betont, den Song allein geschrieben zu haben. Die musikalischen Elemente, die auch bei „Taurus“ auftauchten, seien in der westlichen Musik seit Jahrhunderten übliche Bausteine. Die Jury erklärte nach einem Bericht des „Hollywood Reporter“, Led Zeppelin habe zwar Zugang zu „Taurus“ gehabt, den Song also gekannt. Es gebe aber keine maßgeblichen Ähnlichkeiten der beiden Titel, auf die man eine Plagistaklage stützen könne.

Die Klage gegen Led Zeppelin hatte Mick Skidmore, Nachlassverwalter des verstorbenen Spirit-Gitarristen Randy Wolfe (1951-1997), angestrengt. „Wir sind traurig und enttäuscht, aber müssen die Entscheidung der Jury natürlich respektieren“, sagte Skidmores Anwalt Francis Malofiy der Nachrichtenwebsite „The Wrap“ zufolge.

Weil bis 1976 nur Noten von Stücken urheberrechtlich geschützt waren und nicht Originalaufnahmen, ließ Richter Gary Klausner im Prozess auch keine Tonaufzeichnung als Beweismittel zu.

Musikwissenschaftler spielten den Geschworenen die Stücke vom Blatt ab, zu hören bekam die Jury „Stairway to Heaven“ und „Taurus“ im Original aber nicht, was Klägeranwalt Malofiy heftig kritisierte.

Skidmore hatte erreichen wollen, dass Wolfe eine Beteiligung an der Komposition von „Stairway to Heaven“ zuerkannt wird, um in Zukunft an den Lizenzgebühren mitverdienen zu können. Die mit dem Song gemachten Millionen bleiben aber mit der Entscheidung weiter in den Händen von Led Zeppelin. Die Tantiemen an dem auf der LP „Led Zeppelin IV“ erschienenen Acht-Minuten-Stück werden auf mehr als 500 Millionen US-Dollar geschätzt. Das Magazin „Rolling Stone“ setzte den Klassiker auf Platz 31 der größten Songs aller Zeiten.

Gegen die Band hatte es schon früher Plagiatsvorwürfe gegeben, unter anderem beim Hit „Whole Lotta Love“. Es kam jeweils zu außergerichtlichen Einigungen. In anderen verpflichtete sich Led Zeppelin, die Urheberschaft im Begleitmaterial zu erwähnen.

Maxi-Ballade

„Stairway to Heaven“ ist eine Rock- Ballade mit einer Länge von acht Minuten. Sie erschien 1971 auf Platte. Obwohl nicht als Single veröffentlicht, wurde sie schnell zu einem der berühmtesten Lieder der neueren Musikgeschichte. Im Frühjahr 2010 wurde im Vorfeld des Finales zur Show „Deutschland sucht den Superstar“ im Internet dazu aufgerufen, den Siegersong jener Sendung zu boykottieren und stattdessen „Stairway to Heaven“ als Download zu kaufen. Infolgedessen erreichte der Titel kurzfristig Platz 1 der deutschen MP3-Download-Charts.

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden