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Starke h-Moll-Messe in St. Aegidien

Lübeck Starke h-Moll-Messe in St. Aegidien

Es war eine ungewöhnliche Aufführung von Johann Sebastian Bachs letztem vollendeten Vokalwerk. Die Messe in h-Moll erklang in St. Aegidien unter Leitung von gleich zwei Dirigenten: Teresa Riveiro-Böhm dirigierte den ersten Teil, dann übernahm Eckhard Bürger die Leitung des groß besetzten Ensembles.

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Eine Statue in St. Aegidien. (Symbolbild)

Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Lübeck. Neben dem an Aegidien ansässigen Bachchor sang die aus Wien angereiste und von Teresa Rveiro-Böhm einstudierte Capella Albertina, es spielte die Capella vitalis aus Berlin. Als Solisten wirkten mit Friederike Holzhausen (Sopran), Juliane Sandberger (Alt), Michael Connaire (Tenor) und Tobias Berndt (Bass).

Die Verstärkung aus Österreich wirkte sich sehr positiv auf die Gesamtleistung des stark geforderten Chores aus. Der Chorsopran erreichte scheinbar mühelos die höchsten Höhen, die Männerstimmen klangen kräftig und klar. Bei den Solisten zeichneten sich vor allem die beiden Damen aus. Vor allem Juliane Sandberger gelangen wunderbar innige und eindringliche Passagen, so im Agnus dei. Gesanglich insgesamt besonders seitens des Chores eine große Leistung.

Die auf Originalinstrumenten spielende Capella vitalis hatte mit den Risiken der historischen Aufführungspraxis zu kämpfen. Schwierige Intonation und in manchen Passagen kaum zu steuernde Lautstärke forderten ihren Tribut; nicht immer war der Klang des Orchesters klar und deutlich. Das Horn-Solo geriet dabei am wenigsten überzeugend.

Beide Dirigenten setzten auf rasche Tempi und bewiesen, wie gut sie ihre Sängerinnen und Sänger einstudiert hatten. Diese riesige Messe erfordert immense Probenarbeit, insofern war es ein schlauer Schachzug von Eckhard Bürger, seit zwei Jahren immer wieder Teile der Messe zu studieren und aufzuführen.Was vielleicht in manchen Momenten an Innigkeit vermisst wurde, machte die ausgezeichnete sängerische Leistung des Chores wett. Eine eindrucksvolle Aufführung.

Jürgen Feldhoff

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