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Stars mit Chance auf Wiederauferstehung

Lübeck Stars mit Chance auf Wiederauferstehung

Die Sommerauftritte der Wise Guys sind eine Institution in Lübeck. Damit sollte jetzt Schluss sein. Doch sie kommen noch einmal – mindestens.

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Die schlauen Jungs sind eine der erfolgreichsten deutschen A-Cappella-Gruppen (v. l.): Björn Sterzenbach, Nils Olfert, Daniel „Dän“ Dickopf, Marc „Sari“ Sahr und Edzard „Eddi“ Hüneke.

Quelle: Olaf Malzahn

Lübeck. Es läuft bestens bei den Wise Guys – noch. In zwei wie gewohnt ausverkauften Konzerten beglückte das A-Cappella-Quintett in der Rotunde der Musik- und Kongresshalle das Publikum mit Liedern vom aktuellen Album „Läuft bei euch“, Gute-Laune-Oldies zum Mitsingen und einem großartigen neuen Mann für die tiefen Töne.

LN-Bild

Die Sommerauftritte der Wise Guys sind eine Institution in Lübeck. Damit sollte jetzt Schluss sein. Doch sie kommen noch einmal – mindestens.

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Wehmütige Stimmung angesichts der unlängst angekündigten Auflösung der Band im Sommer 2017 war weder auf der Bühne angesagt noch bei den Konzertbesuchern. Sie wäre auch verfrüht.  Die „klugen Jungs“

kommen noch einmal – am 18. und 19. Mai nächsten Jahres, dann aber wohl wirklich zum letzten Mal „Ich finde es mutig, deutlich und rechtzeitig Bescheid zu sagen, dass sie aufhören. Die Entscheidung selbst finde ich legitim. Man entwickelt sich ja auch weiter“, sagt Katja Ehlers. Die Krankenschwester aus Ahrensbök hat, wie die meisten im extrem altersgemischten Publikum, schon diverse Konzerte der fünf Stimmkünstler in der MuK erlebt. Es sei doch enorm, dass drei Gründungsmitglieder – Daniel „Dän“ Dickopf, Marc „Sari“ Sahr und Edzard „Eddi“ Hüneke – über 25 Jahre so gut zusammengearbeitet hätten. Die Abschiedstour 2017 war eigentlich als Jubiläumstour geplant, bis feststand, dass nicht nur Andrea Figallo als Bass aufhört, sondern die Wise Guys insgesamt den Schlussstrich unter ihre Karriere als eine der erfolgreichsten deutschen A-Cappella-Gruppen setzen.

„Wir hätten sie gerne weiter gehört, aber es ist schon so, wie „Dän“ sagt: Lieber gehen, wenn man im Zenit steht“, sagt Angela Drews, die mit neun anderen Wise Guys-Fans aus Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg) angereist ist. Bis dahin gilt es mitzunehmen, was geht: „In zwei Wochen haben wir Karten für das Kirchenkonzert in Wismar.“

Als „Dän“, Textschreiber, Bariton und Showmaster des Quintetts, das Publikum fragt, wer denn zum ersten Mal bei einem Wise Guys- Konzert ist, hebt Familie Walter aus Bargteheide die Hände. „Wir sind hier, weil wir eine CD geschenkt bekommen haben und uns die deutschen Texte gefielen. Die kann man gut mitsingen“, sagt Mutter Tatjana. Ihr Mann und die drei Töchter (12, 16, 18) nicken zustimmend.

Eine Premiere für alle ist der Auftritt in der Rotunde. „Die haben das Foyer hier so schön hingezaubert, dass man sich fragt, warum sie überhaupt den Konzertsaal gebaut haben“, witzelt „Dän“ über die Sperrung wegen statischer Probleme. Vor 17 Jahren seien die Wise Guys schon einmal in einem Foyer in Hannover aufgetreten, „der Konzertsaal war damals noch zu groß für uns“. Lange ist es her.

„Die Akustik finde ich heute sogar besser als im letzten Jahr, die Texte sind viel besser zu verstehen. Optisch hat das hier allerdings eher Sporthallencharakter“, sagt Gundula Buitkamp-Nagel aus Lübeck, die mit ihrem Mann Andreas und zwei Söhnen (12, 14) gekommen ist. Der neue Wise-Guys-Bass Björn Sterzenbach kommt bei den Vieren sehr gut an. „Schade, dass er bei keinem der Stücke die Melodie gesungen hat.“

Auch der elfjährige Oskar aus Herrnburg (Nordwestmecklenburg) findet den in Dresden lebenden Neuzugang mit der tiefen Stimme sehr sympathisch. Beim „After Glow“ nach dem Konzert lässt er sich mit ihm fotografieren und ein Autogramm geben. Andreas Kaluza aus Neu-Lankau (Herzogtum Lauenburg) und Birgit Franke aus Geesthacht haben sich den Konzertmitschnitt „Live in Wien“ und eine CD gekauft. „Sie hören ja nicht komplett auf, sie werden weiter Musik machen.“

Vielleicht komme es sogar zum Revival: „Es wäre ja nicht das erste.“ Auch Wiederauferstehungen sind typisch für Popstars.

 Sabine Spatzek

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