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Kultur im Norden „Stilles Meer“: Oper über Fukushima uraufgeführt
Nachrichten Kultur Kultur im Norden „Stilles Meer“: Oper über Fukushima uraufgeführt
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20:15 25.01.2016

. Noch ist kein einziger Ton aus dem Orchestergraben gedrungen, da liegt die Bühne bereits in giftig gelbem Dunst offen da. Meeresrauschen schwappt in beunruhigendem Auf und Ab. Am Bühnenhimmel hängen glühende Brennstäbe über einer Riesen-Scheibe. Sie ist die Spielfläche für „Stilles Meer“, eine Fukushima-Oper, die am Sonntagabend an der Hamburger Staatsoper uraufgeführt wurde.

Es ist das jüngste Werk des japanischen Erfolgskomponisten Toshio Hosokawa nach „Vision of Lear“, „Hanjo“ und „Matsukaze“. Er will es als Requiem für die Opfer von Fukushima verstanden wissen will. In der Tat ist das Werk eine eindringliche Klage um die 2011 durch den Tsunami Verschollenen, die das radioaktiv verseuchte Meer nicht mehr freigab. Doch die Hoffnung stirbt nie, vermittelt der japanische Kultregisseur Oriza Hirata, der auch das Libretto schrieb.

Im Mittelpunkt steht eine nach Japan verschlagene deutsche Tänzerin, die noch Jahre nach der Katastrophe von Fukushima verbissen nach ihrem in den Fluten versunkenen Sohn sucht. Doch weder ihr Ex, der Vater des Jungen, noch die japanische Schwägerin können sie von ihrem Trauma, ihrem Wahn befreien.

Als habe man den „Kopf in der Waschmaschine“ — so hatte Generalmusikdirektor Kent Nagano das katastrophische Schlagzeug-Intermezzo erklärt, das dem handlungskargen Trauer-Werk mehr Dramatik verleihen sollte. Eine kluge Entscheidung. Denn der Regisseur Hirata hatte — auch hier in der Nõ-Theater-Tradition — allein auf äußerst ruhige Bilder und langsam gleitende Bewegungen gesetzt.

Das fesselte vor allem, weil unter Kent Naganos einfühlsamen Dirigat (vorzüglich dabei das Philharmonische Staatsorchester) Susanne Elmark (Mutter), Mihoko Fujimura (Schwägerin) und der brillante Countertenor Bejun Mehta (Vater) ihren mit extremen Höhenflügen gespickten psalmodierenden Gesang zu großartiger Wirkung brachten.

Nächste Aufführungen: 27. und

30. Januar, 9. Februar, jeweils 19.30 Uhr

LN

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