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Streit um Suhrkamp immer verworrener

Berlin/Lausanne Streit um Suhrkamp immer verworrener

Rückschlag für Miteigentümer Barlach.

Berlin. Doppelter Schlag für Suhrkamp-Miteigentümer Hans Barlach: Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat den Insolvenzplan für den Verlag zugelassen, wie Suhrkamp gestern mitteilte. Damit wird der Verlag von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Miteigentümer Hans Barlach, der 39 Prozent an der KG hält und mit Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz (59 Prozent) zerstritten ist, verliert damit Mitspracherechte. Zudem verpflichtete das Schweizer Bundesgericht Barlach zur Zahlung eines Millionenbetrags.

Nach dem Schweizer Urteil muss Barlach umgerechnet 5,4 Millionen Euro Schulden vom früheren Kauf seiner Suhrkamp-Anteile an den Schweizer Unternehmer Andreas Reinhart zahlen. Barlach will der Forderung nach Angaben seines Schweizer Anwalts Carl Ulrich Mayer nachkommen. Der Enkel des Bildhauers Ernst Barlach hatte 2006/07 von Reinhart Suhrkamp-Anteile für 10,8 Millionen Schweizer Franken gekauft. Fast die Hälfte des Geldes blieb er damals schuldig.

Beim Suhrkamp Verlag kann unterdes mit der Zustimmung des Amtsgerichts der im August vorgelegte Insolvenzplan umgesetzt werden. Wie das Traditionshaus mitteilte, wurden für die erste Phase der geplanten Suhrkamp AG als Aufsichtsratsmitglieder der frühere FDP-Innenminister Gerhart Baum, Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger und Marie Warburg, die Frau des früheren Kulturstaatsministers Michael Naumann, benannt. Barlach hatte den Insolvenzantrag massiv kritisiert. Seiner Ansicht nach hat die Geschäftsführung um Unseld-Berkéwicz die Zahlungsunfähigkeit absichtlich herbeigeführt, um ihn aus dem Verlag zu drängen. Das Landgericht Frankfurt gab Barlach darin kürzlich recht.

LN

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