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Tango kann auch aus Osteuropa kommen

Pronstorf Tango kann auch aus Osteuropa kommen

Das Kibardin-Quartett mit dem Programm „Tango total“ beim SHMF-Konzert in Pronstorf.

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Hommage an Efim Jourist: Michael Kibardin, Alexander Pankov, Jens-Uwe Popp und Guido Jäger (v. l.).

Quelle: Erik Nielsen/nickolaus

Pronstorf. Wie vertonte Kurzgeschichten wirkten die Tangoklänge, die die ausverkaufte Konzertscheune von Pronstorf erfüllten. Bilderreich und mit den bekannten Rhythmen erzählten sie von den Jahreszeiten, die das Gesicht von Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires verändern, von Liebe und Liebesleid – und von betrunkenen Männern in einer russischen Taverne. Ja, der Tango kam dieses Mal auch russisch gekleidet daher.

Diese wehmütigen Melodien mit osteuropäischem Einschlag hat sich der Ukrainer Efim Jourist (1947-2007) erdacht. Er war einst ein herausragender Musiker, spielte das Knopfakkordeon namens Bajan virtuos und wurde zum Paganini seines Instrumentes. Außerdem bewunderte er den Argentinier Astor Piazzolla und brachte den Tango nach Russland.

Efim Jourist, der an seinem 60. Geburtstag in Hamburg an Krebs starb, wird nun seinerseits von ehemaligen Weggefährten verehrt, die sich nach seinem Tod zum Kibardin-Quartett zusammengeschlossen haben und die russische wie auch die argentinische Tangokultur auf einem anspruchsvollen Niveau in die europäischen Konzertsäle tragen.

Michael Kibardin (Violine), Alexander Pankov (Bajan), Jens-Uwe Popp (Gitarre) und Guido Jäger (Kontrabass) waren ein meisterhaft eingespieltes Team. Jeder Einzelne erwies sich als ein Könner auf seinem Instrument, achtete aber stets auf den Gesamtklang, der sich wie ein filigraner Klangteppich ausbreitete.

Zweimal verließ das Ensemble den Vierertakt und wechselte zum Walzer. „Satin“ und „Peter’s Waltz“ von Jens-Uwe Popp brachten einen Hauch von französischem Chanson in die Konzertscheune. Diese leichten und tänzelnden Melodien passten hervorragend zu dem Sommerabend auf einem der schönsten Güter Schleswig-Holsteins.

Mit Efim Jourists „Hommage à Astor Piazzolla“, einem Medley aus des Meisters bekanntesten Melodien, angereichert mit eigenen Zutaten, sollte der Abend zu Ende gehen, wurde dann aber doch noch um zwei Zugaben verlängert.

Cornelia Schoof

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