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Kultur im Norden Theater Lübeck zeigt „Dogville“
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Theater Lübeck zeigt „Dogville“
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18:08 07.11.2018
Clara Weyde gibt mit dem Drama „Dogville“ ihr Debüt am Theater Lübeck. Quelle: HFR
Lübeck

Wohl jeder hat bei „DogvilleLars von Triers radikal-düsteres Drama vor Augen, das 2003 auf der Leinwand für Furore gesorgt hat. Auch Clara Weyde hat es gesehen, „Der Film hat mich umgehauen“, sagt die 34-Jährige. Sie gibt mit diesem Stück ihr Regie-Debüt am Lübecker Theater, am Freitag ist Premiere.

Schon der Film war theaterhaft angelegt. Ein kleines Dorf “als letzter Vorposten der Zivilisation“ wurde durch weiße Linien auf schwarzem Grund skizziert, in dieser minimalistischen Ausstattung bewegten sich die Schauspieler in einer dramatischen Versuchsanordnung. Eine Geflüchtete sucht Unterschlupf in dem Ort, als Gegenleistung bietet sie verschiedene Dienste anbietet. Als ein Fahndungsfoto auftaucht, überlegen die Einwohner zunächst sie auszuliefern. Sie darf dann doch bleiben, muss aber noch mehr arbeiten, wird erniedrigt und missbraucht. Am Ende folgt ihre Rache.

Clara Weyde hat eine „sinnliche, spielerische Übersetzung“ für die Theaterbühne gesucht. „Wir wollen den Film nicht einfach nachspielen.“ Das Ausgesetztsein in einer fremden Umgebung, die Reaktionen der Menschen auf die Schutzbedürftige seien Themen, die auch aktuell verhandelt würden. Das Ringen der Dorfbewohner um Regeln versteht Weyde als Erinnern an ein System, das früher einmal funktioniert hat, die Suche „Gerechtigkeit im kapitalistischen Dschungel“.

Clara Weyde hat erst vor drei Jahren ihr Regiestudium an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater abgeschlossen, sich aber bereits mit Arbeiten im Staatsschauspiel Dresden, im Theater Bielefeld, im Staatstheater Braunschweig, im Jungen Schauspielhaus Hamburg, am Theater Bonn sowie auf Kampnagel einen Namen gemacht. Für B. Travens „Das Totenschiff“ 2016 erhielt sie in der Kategorie „Herausragende Inszenierung“ mit dem Rolf Mares Preis ausgezeichnet. Für „Ein Sommernachtstraum“ im Deutschen Schauspielhaus wurde sie im September 2017 zum zweiten Mal mit dem Berganus-Preis ausgezeichnet. So darf man gespannt sein auf ihre Arbeit in Lübeck, die für sie persönlich auch eine kleine Reise in die Vergangenheit ist. „Mein Mutter stammt aus Lübeck, als Kind war ich oft hier.“

Petra Haase

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