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Kultur im Norden Trennung mit Hindernissen
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18:27 09.03.2019
Alexander Kruuse Mettin als Eric, Christina Voelz als Pauline und Fabian Maennel als Hyppolite (v. l.). Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Per Telefon oder Messenger Schluss zu machen, ist zwar nicht besonders mutig, aber heutzutage durchaus üblich. Der französische Autor Tristan Petitgirard wählt in seiner Komödie eine elegantere Variante: In „Trennung frei Haus“ lässt er einen professionellen „Schlussmacher“ den Job übernehmen, denn Hyppolite will sich von seiner Freundin Pauline trennen. Und dabei geht es zu wie beim Catch-as-Catch-can. Bei dieser verwilderten Art des Ringkampfes sind bekanntermaßen so gut wie alle Griffe und Schliche erlaubt. Das Drei-Personen-Stück feierte unter der versierten Regie von Hausherr Uli Sandau am Theater Partout seine viel beklatschte Premiere.

Der Auftakt ist symbolisch: Die Musik aus dem Off spielt den Hochzeitsmarsch, aber die Platte hat einen Sprung. So wie die Beziehung zwischen Hyppolite (Fabian Männel) und der bildhübschen Pauline (Christina Völz). Schöner Regieeinfall: Die Protagonisten tragen Kleidung in den Kontrastfarben Rot und Grün. Hyppolite kommt aus der Modebranche, steckt in einem grasgrünen Anzug, hat eine rote Pilotenbrille auf der Nase und rote Schuhe an. Seine Freundin Pauline trägt passend zum Bühnendekor in Orange ein Blumenkleid in Rot-Orange-Tönen. Hyppolite will sich von Pauline trennen. Deshalb engagiert er den professionellen „Partnerbefreier“ Eric (Alexander Kruuse Mettin). Hyppolite wählt unter den Trennungsmodellen das mit roten Rosen und Abschieds-Chanson.

Das Stück „Trennung frei Haus“ hat Anklänge an Shakes­pearsche Komödien wie etwa „Irrungen und Wirrungen“. Der beauftragte „Schlussmacher“ Eric ist ein verflossener Liebhaber von Pauline, den sie verlassen hat. Hyppolite, Paulines aktueller Lover, will in letzter Sekunde seine in Auftrag gegebene Trennung stornieren und tritt in Konkurrenz zu Eric. Das Stück führt zum Amüsement des Publikums in immer wieder neuen Schleifen zu immer wieder neuen Enthüllungen. Gelacht wurde laut über den „Hahnenkampf“ zwischen Fabian Männel und Alexander Kruuse Mettin, die ihrer Macho-Rolle gemäß, kräftemessend und showträchtig um die Gunst von Pauline buhlen. Christina Völz verkörpert diese Frau zwischen zwei Männern mit Temperament. Partout-Regisseur Uli Sandau ist mit „Trennung frei Haus“ eine äußerst unterhaltsame Inszenierung geglückt, die durch Komik mit Tiefgang besticht. Das Stück hat beste Aussichten, sich Kult-Status zu erobern.

Nächste Aufführungen Fr., 15.3. und Sa., 16.3.; Beginn: 20 Uhr

Dorothea Kurz-Kohnert

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