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Kultur im Norden Theater des Jahres: Triumph für Volksbühne
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Theater des Jahres: Triumph für Volksbühne
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19:12 31.08.2017
Raus mit Applaus: Volksbühnenintendant Frank Castorf. Quelle: Foto: Dpa

Tiefe Verbeugung zum Abschied: Die Berliner Volksbühne ist zum „Theater des Jahres“ gewählt worden. Frank Castorf und sein Team kamen im jährlichen Bühnenranking der deutschsprachigen Theaterkritiker auf Platz eins, wie die Fachzeitschrift „Theater heute“ gestern mitteilte. Die Bühnenexperten bereiten Castorf so ein „triumphales Good-bye“.

Nach einem Vierteljahrhundert hat Castorf zum Ende der Spielzeit die Volksbühne verlassen, mit der er bereits im vorigen Jahr (zusammen mit dem Berliner Gorki Theater) und 1993 die begehrte, undotierte Auszeichnung holte. Castorfs Nachfolger ist der umstrittene belgische Museumsexperte Chris Dercon, dessen Start Anfang September die skeptische Theaterszene mit Spannung erwartet.

Für die Volksbühne stimmten 18 der 46 befragten Kritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Voten der Theaterexperten sind immer breit gestreut. Sie können frei aus allen deutschsprachigen Häusern wählen. Es gibt keine Nominierungsliste.

Zur „Schauspielerin des Jahres“ wurde Valery Tscheplanowa gewählt. Sie spielte in Castorfs letzter großer, siebenstündiger Volksbühnen-Inszenierung „Faust“ die Margarete und die Helena. „Schauspieler des Jahres“ wurde Joachim Meyerhoff für seine Rolle in „Die Welt im Rücken“ nach Thomas Melles Borderline-Roman am Wiener Akademietheater.

Die beste Inszenierung wurde Milo Raus „Five Easy Pieces“ über das Leben und die Verbrechen des belgischen Kindermörders Marc Dutroux – nachgespielt von Kindern. Das „Stück des Jahres“ ist Simon Stones radikale Tschechow-Überschreibung „Drei Schwestern“ vom Theater Basel. Die besten Kostüme entwarf Ersan Mondtag für sein Stück „Die Vernichtung“, das beste Bühnenbild ist Ulrich Rasches Entwurf für Schillers „Die Räuber“ am Münchner Residenztheater.

Die Berliner Volksbühne habe in ihrer „perfekt inszenierten Abschiedsspielzeit“ bei den Kritikern der diesjährigen Hitparade noch einmal nachhaltig Eindruck gemacht, so „Theater heute“. Sie habe den Begriff „Stadttheater“ neu definiert und spalte kämpferisch die Theaterrepublik. „Wird hier ein epochemachendes Experiment gewaltsam von einer inzwischen abgewählten Berliner Kulturpolitik beendet, oder gehört Veränderung zum Stadttheater?“, fragen die Theaterexperten.

LN

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