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Theater um den Babyvornamen

Wismar Theater um den Babyvornamen

„Der Vorname“ heißt das Stück, dass am Donnerstagabend im großen Wismarer Theatersaal aufgeführt wurde. Ein Gastspiel, leider mit Negativbesucherrekord.

Wismar. „Der Vorname“ heißt das Stück, dass am Donnerstagabend im großen Wismarer Theatersaal aufgeführt wurde. Ein Gastspiel, leider mit Negativbesucherrekord. So dauerte es, bis das Stück an Fahrt aufnahm, bis sich die Geschichten, die die fünf Schauspieler Martin Lindow, Anne Weinknecht, Christian Kaiser, Julia Hansen und Benjamin Kernen — besser bekannt als Capt‘n Joshua Flint von der Grevesmühlener Piratencrew — erzählten, zu Pointen führten. Der Grat zwischen Drama und Komödie war schmal.

Zur Geschichte: eigentlich waren die fünf Freunde nur zum Essen verabredet. Vincent, der selbstgefällige, betuchte Makler, seine schwangere Gattin, seiner Schwester Elisabeth, eine Lehrerin, deren Mann Pierre, ein leicht cholerischer Literaturprofessor, und Jugendfreund Claude, ein langhaariger Posaunist mit leicht femininer Note. Den Schauspielern gelang es wunderbar, die Stereotypen darzustellen. Gerade Martin Lindow wurde mit dem selbstgefälligen Gehabe greifbar — der Spaßvogel, der seine Freunde schockte mit der Nachricht, das Kind im Bauch seiner Frau solle Adolphe heißen.

Der Vornamensstreit geriet aus dem Ruder. So angestachelt begann das große Auspacken, ein kleines menschliches Bömbchen als Enthüllung oder Anschuldigung folgte dem nächsten bis zur großen Explosion. Mit stehenden Ovationen und anhaltendem Applaus dankten die Wismarer den Schauspielern.

Nicole Hollatz

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