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Theodor Heuss – der erste Mann im jungen Staat

Lübeck Theodor Heuss – der erste Mann im jungen Staat

Ausstellung im Willy-Brandt-Haus über den ersten Bundespräsidenten und seine Frau Elly Heuss-Knapp eröffnet.

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Gudrun Kruip (l.) von der Stuttgarter Heuss-Stiftung hat die Wanderausstellung als Kuratorin konzipiert.

Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Lübeck. Lübeck. Fromm sollte er sein und sportlich. Auch sollte ein Bundespräsident reden können und eine Frau haben, die zu repräsentieren versteht. Das fanden die Bundesbürger 1959 in einer Umfrage, und einer, auf den das zutraf, schied da gerade aus dem Amt. Zehn Jahre war Theodor Heuss (1884-1963) oberster Repräsentant des Staates, der erste überhaupt in der jungen Bundesrepublik, und er hat das Amt bis heute geprägt.

Im Lübecker Willy-Brandt-Haus ist gestern eine Schau zu Heuss und seiner Frau Elly Heuss-Knapp (1881-1952) eröffnet worden, eine Wanderausstellung, konzipiert von der Stiftung Bundespräsident Theodor-Heuss-Haus aus Stuttgart. Sie läuft bis zum 8. Januar und beleuchtet ein Leben, das zu großen Teilen im Zeichen des liberalen Urvaters Friedrich Naumann stand. Ohne ihn wäre er nicht der, der er sei, sagte Heuss 1949 nach seiner Wahl ins höchste Staatsamt.

Er war in der Weimarer Republik Journalist, Publizist und Hochschullehrer, er saß für die DDP im Reichstag und war Verbandsfunktionär. Man könne an ihm den Wandel des Demokratieverständnisses aufzeigen, sagte Gudrun Kruip von der Stuttgarter Stiftung, die die Ausstellung konzipiert hat. Heuss habe Demokratie in Weimar als eine Art Führungsauslese verstanden und auch dem Ermächtigungsgesetz zugestimmt, was er nach 1945 als keinen gravierenden Fehler empfand.

Und er hatte eine Frau an seiner Seite, die weit mehr war als nur das. Elly Heuss-Knapp war ebenfalls von Naumann geprägt, saß im Landtag, war Ökonomin, Frauenrechtlerin, schrieb Bücher, und den Jingle in der Radiowerbung hat sie auch erfunden. 1950 gründete sie das Müttergenesungswerk.

Willy Brandt habe das Verhältnis von Heuss zu ihm als ein „väterlich-freundschaftliches“ empfunden, sagte Frauke Kleine Wächter vom Brandt-Haus. Und Heuss sei ihm auch zur Seite gestanden, als Brandt wegen seiner Emigration 1933 heftig kritisiert wurde. Daran, so Heuss, werde der Patriotismus nicht gemessen. int

LN

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