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Kultur im Norden Tod eines bescheidenen Weltstars aus Schweden
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18:16 28.06.2017
Michael Nyqvist in seiner Paraderolle als Mikael Blomkvist im Film „Vergebung“, dem Abschluss der Stieg- Larsson-Trilogie. Quelle: Foto: Nordisk Film
Stockholm

. Der Tod des schwedischen Schauspielers Michael Nyqvist hat bei vielen Kollegen Bestürzung ausgelöst. „Es bricht mir das Herz“, twitterte der britische Schauspieler Gerard Butler. In einer Videobotschaft beschrieb er den Schweden als Mann mit „kindlichen Qualitäten, einer Verspieltheit, aber auch Demut und Wärme und einem frechen Glitzern in seinen Augen“. Der Schauspieler ist im Alter von 56 Jahren an Lungenkrebs gestorben.

Nyqvist, der in über 50 Filmen mitgewirkt hat, gehört zu den bekanntesten schwedischen Schauspielern. In der Rolle des Journalisten Mikael Blomkvist wurde er weltweit bekannt. In den drei Verfilmungen der „Millennium“-Thriller von Stieg Larsson („Verblendung“, „Verdammnis“, „Vergebung“) hatte Nyqvist ab 2009 den Mann gespielt, der an der Seite der Hackerin Lisbeth Salander (Noomi Rapace) ermittelt. Mehrfach war der Schauspieler bei den Nordischen Filmtagen Lübeck zu erleben. 2005 wurde hier der Film „Wie im Himmel“ von Kay Pollack gezeigt. Darin spielt Nyqvist einen gefeierten Dirigenten, der sich aus gesundheitlichen Gründen in sein schwedisches Heimatdorf zurückzieht und dort die Leitung des Kirchenchores übernimmt.

Neben etlichen Auftritten am Theater sowie in Film und Fernsehen in seiner Heimat landete „Micke“ auch Rollen in Hollywood. An der Seite von Tom Cruise spielte er 2011 den Schurken in „Mission:

Impossible – Ghost Protocol“. Nyqvists Kindheit war von quälenden Fragen nach seiner Herkunft geprägt. Als Baby war er von seinen Eltern – einer Schwedin und einem Italiener – in Stockholm zur Adoption freigegeben und von einer schwedischen Familie aufgenommen worden.

Im Teenager-Alter begann er, sich für die Schauspielerei zu interessieren und besuchte später eine Theaterschule im südschwedischen Malmö. Sein Privatleben schirmte der Schauspieler, der seine Ehefrau und zwei Kinder hinterlässt, gern vor der Öffentlichkeit ab. Auf seinen Ruhm wollte er sich nichts einbilden.

LN

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