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Kultur im Norden „Tod ist der eine Tanz, den wir alle tanzen müssen“
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21:57 13.09.2016
Eine schwarzweiße Kopie des „Totentanzes“, der Bernt Notke zugeschrieben wird, ist in St. Marien zu sehen. Komponist Thomas Adès (im Text) bekam 2014 für seine Oper „The Tempest“ einen Grammy.
Hamburg

Wer die raffiniert inszenierte Oper „The Tempest“ von Thomes Adès 2010 am Theater Lübeck erlebt hat, konnte wahrnehmen, dass Neue Musik spannend und szenisch ansprechend sein kann – und keinesfalls anstrengend. Nun ist ein weiteres großes Werk des Franzosen zu erleben: Die Hamburger Symphoniker starten mit der norddeutschen Erstaufführung von Adès’

 

„Totentanz“ in die Saison. Der Komponist hat den Fries aus der Lübecker Marienkirche vertont. Dieser „Totentanz“ wird dem Maler Bernt Notke (1435- 1509) zugeschrieben, er ist wohl unter dem Eindruck der Pest entstanden. Bei den Bombardements 1942 wurde er zerstört.

Auf dem Fries, von dem nun eine Kopie in St. Marien hängt, war die mittelalterliche Ständegesellschaft zu sehen. Jede der zwölf Personen wurde von einem tanzenden und sprechenden Skelett begleitet. „Es denke jedermann daran, dass niemand ewig leben kann. Tod ist der eine Tanz, den wir alle tanzen müssen“, heißt es in Adès’ Werk, das Solopartien für Bariton (Tod) und Mezzosopran (seine Opfer) mit einer großen Orchesterbesetzung zusammenführt. Der Komponist sagt dazu: „Der Totentanz soll in einem Atemzug Furcht einflößen, die Menschen gleich machen und witzig sein. (...) Was ihn lustig macht, ist die Tatsache, dass jeder, der ihn tanzt, absolut machtlos ist, ganz gleich, um wen es sich handelt.“

Adès hat für jeden Todeskandidaten angemessene Klänge parat. Einen Amboss und Getrommel für den Ritter, schräge Hornsignale für den Bauern. Zum Schluss holt sich der Tod einen Säugling, dafür sei Adès „ein Finale von mahlerscher Eindringlichkeit“ gelungen, wurde nach der Uraufführung 2013 bei den BBC Proms geschrieben.

Vor dem „Totentanz“ führen die Hamburger Symphoniker Werke von Richard Wagner und Richard Strauss auf.

Konzert: So., 18. 9., 19 Uhr, Laeiszhalle Hamburg; Dirigent: Jeffrey Tate

 mib

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