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Tom Gaebel gab für eine Halbzeit den Sinatra

Eutin Tom Gaebel gab für eine Halbzeit den Sinatra

Eutin. Am Eingang leuchten Zinnien, Dahlien und Cosmeen in den schönsten Farben, vor der Bühne bunte Regenmäntel. Denn schon vor dem Konzert pladdert es heftig am Dienstagabend.

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Perfektes Styling, große Stimme: Tom Gaebel in Eutin.

Quelle: Lutz Roeßler

Eutin. Eutin. Am Eingang leuchten Zinnien, Dahlien und Cosmeen in den schönsten Farben, vor der Bühne bunte Regenmäntel. Denn schon vor dem Konzert pladdert es heftig am Dienstagabend.

Doch punkt 20 Uhr leuchtet der Himmel über Eutin blau, auf die Bühne am Schloss tritt ein strahlender Tom Gaebel und umschmeichelt die Blumenstadt. „Ich sehe so viele Tulpen und Rosenbeete.“

Gelächter. Als Botaniker macht Gaebel keine gute Figur (Tulpen im Juli!) – musikalisch jedoch umso mehr.

Die Presse adelt den 41-Jährigen gerne als den „deutschen Sinatra“ – 2014 startete Gaebels Karriere als Swing-Sänger mit einem Frank-Sinatra-Projekt. Es folgten sechs eigene Studio-Alben, und anlässlich des 100. Geburtstages von Sinatra nun eine erneute Tour mit den Evergreens von „The Voice“. Mit „The Lady is a Tramp“ gehen Gaebel und seine erstklassige Bigband gleich in die Vollen, es folgen Gassenhauer wie „Fly me to the Moon“, „Brazil“, „Mr. Bojangels“ (das Publikum will nicht recht mitpfeifen) und „Papa Loves Mambo“ – das „Uh“ wird hundertfach gerufen, und die Beine unter den Regencapes wippen kräftig mit.

Was der vielseitige Musiker stimmlich drauf hat, beweist er bei „Teach me tonight“, das er einmal in einer Jazz- und dann in einer Soulversion singt. Da fragt man sich, aus welch’ tiefem Schlosskeller er diese Töne holt. Am Ende der ersten Halbzeit dann ein rasanter eigener Song: „Mad Man“. Und da offenbart sich ein Problem: Einen wütenden Mann nimmt man dem Gute-Laune-Musiker nicht so recht ab.

Was soll’s, Gaebel hat seine Zuhörer beglückt, beseelt genießen sie in der Pause ein Getränk – und dann verkündet Burkhard Stein, Verwaltungsdirektor des Schleswig-Holstein Musik Festivals, das Ende des Konzertes. Laut Deutschem Wetterdienst sei ein Unwetter zu erwarten. Das Risiko, dass etwas passieren könne, sei für die Veranstalter zu groß. Ein trauriger letzter Applaus vor dem Abmarsch.

Das Unwetter bleibt dann aber aus.

ph

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