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Tom Schillings erste CD

Berlin Tom Schillings erste CD

. Dass Tom Schilling keines der üblichen deutschen Songwriter-Alben mit Liebesleid- und Betroffenheitslyrik machen wollte, klärt er schon in den ersten Textzeilen seines Debüts.

Berlin. . Dass Tom Schilling keines der üblichen deutschen Songwriter-Alben mit Liebesleid- und Betroffenheitslyrik machen wollte, klärt er schon in den ersten Textzeilen seines Debüts. „Trink endlich aus, und dann mach, dass Du gehst“, ätzt der Berliner Schauspieler zu einem struppigen Rumpelrhythmus. Und weiter geht es im Opener von „Vilnius“ mit dem verbalen Großreinemachen: „Deine Sätze sind hohl, Deine Versprechen sind leer / Und schön find ich Dich schon seit Jahren nicht mehr.“ Harte Worte, täuschend sanft gesungen von dieser typischen, hellen Tom-Schilling- Stimme.

Mit Filmen wie „Crazy“, „Elementarteilchen“ oder „Der Baader Meinhof Komplex“ hatte sich Schilling bereits einen Ruf als Schauspieler erworben, als ihm mit der Komödie „Oh Boy“ der Durchbruch gelang. Aber musste er deswegen nun unbedingt singenden Kollegen wie Jan Josef Liefers oder Matthias Schweighöfer folgen?

Ja, sagt Schilling, weil „Vilnius“ Musik enthalte, „die anders ist als das, was es schon gibt“. Er habe lange mit sich „gehadert, ob das wirklich nötig ist“, aber jetzt stehe er hundertprozentig dazu. Schillings Band heißt The Jazz Kids. Der Schauspieler traf die Musiker bei dem Dreh zu „Oh Boy“, dessen Soundtrack sie damals einspielten. Im Widerspruch zu ihrem neuen Bandnamen machen sie auf „Vilnius“ aber keinen Jazz, sondern Gossenwalzer im Stil von Element Of Crime und düstere Moritaten wie Nick Cave.

Wie es mit der Sängerkarriere nun weitergeht? Da legt er sich nicht fest: „Ich denke, auch weil die Platte so viel Kraft gekostet hat, dass ich erstmal am Ende bin. Es wird bestimmt fünf Jahre dauern, bis ich wieder genug Lieder geschrieben habe.“

Das Album „Vilnius“ von Tom Schilling & The Jazz Kids erscheint am Freitag.

Konzerttermin: 11. Mai, Hamburg, Nochtspeicher.

LN

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