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Kultur im Norden Tragik eines Künstlers
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18:13 19.04.2017

Der Maler Felix Nussbaum wurde 1904 in Osnabrück geboren, 40 Jahre später wurde er im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet. Er zählt zu den wichtigsten Malern der „Neuen Sachlichkeit“ der 1920er und 1930er Jahre. Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten trieb ihn als Juden 1933 in die Emigration. Zuletzt fand Nussbaum in Brüssel einen Unterschlupf, nach einer Denunziation wurde er 1944 festgenommen und deportiert. Der belgische Journalist und Autor Mark Schaevers hat eine groß angelegte Biografie über Nussbaum geschrieben, die jetzt in deutscher Übersetzung vorliegt.

Das Verdienst dieser Biografie ist, Nussbaums Leben und Werk in Kontexte einzuordnen. Der Maler gehörte nie zu den fröhlichsten seiner Zunft, Melancholie und Zukunftsangst bestimmten schon vor Beginn der Nazi-Tyrannei seine Bildmotive. Stilistisch gibt es viele Parallelen zu anderen Malern der „Neuen Sachlichkeit“ wie Franz Radziwill oder Christian Schad, der ganz eigene Ton in Nussbaums Bildern ist jedoch nicht zu übersehen. Immer wieder malt er sich selbst als Drehorgelspieler – Symbol für die vergeblichen Versuche, mit Kunst das Leben zu meistern, der Künstler bleibt in diesen Bildern Randfigur, obwohl er im Mittelpunkt steht.

Felix Nussbaums Leben ist typisch für einen Deutschen jüdischer Herkunft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Aufgewachsen in einer vorgeblich demokratischen, latent aber bereits antisemitischen Umwelt, Emigration, Verhaftung, Tod im Lager. Dass Nussbaum dennoch ein großes Werk schaffen konnte, dem in seiner Geburtsstadt Osnabrück ein eigenes Museum gewidmet ist, ist ein Glücksfall.

„Orgelmann: Felix Nussbaum – Ein Malerleben“ von Mark Schaevers: Galiani, 469 Seiten, 38 Euro.

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