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Kultur im Norden Trauermusik zum Gedenken und für die Hoffnung
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20:31 28.10.2013
Ein inspirierter Dirigent: Thomas Hegelbrock motivierte das NDR-Sinfonierochester und den NDR-Chor zu Höchstleistungen. Quelle: Olaf Malzahn

Die eine verstörend, die andere tröstlich: Die Trauermusiken von Dmitri Schostakowitsch und Johannes Brahms hätten verschiedener nicht wirken können. Das NDR-Sinfonieorchester leistete unter der Leitung von Thomas Hengelbrock in der gut besuchten Lübeck Musik- und Kongresshalle Großes, auch der NDR-Chor war beeindruckend.

Der Abend begann mit Schostakowitschs Kammersinfonie c-Moll. Ursprünglich war das Werk als Streichquartett gedacht — ein intimes Stück Musik, mit dem der Komponist den Opfern von Krieg und Gewalt ein musikalisches Denkmal setzen, aber auch sich selbst eine quasi vorgezogene postmortale Würdigung schreiben wollte. Er nahm an, dass es sonst wohl niemand tun werde. In düstere Farben hüllt Schostakowitsch seine Musik und schafft ein verstörendes Opus. Dirigent Hengelbrock deutete das Werk in den leisen Passagen luftig und gesanglich, die Violinen schienen zu schweben. In den kraftvollen Passagen dagegen war Hengelbrock pointiert und stets klar.

Ohne Pause ging es weiter mit Brahms: „Ein deutsches Requiem“ richtet sich mehr an die Lebenden als an die Toten, gibt Hoffnung, weil es trotz seiner Thematik hell im Klang ist und der Komponist nicht an Dur-Melodien spart. Den zarten Beginn („Selig sind, die da Leid tragen“) gestaltete der NDR- Chor sensibel. Zwei renommierte Sänger übernahmen die Solo-Partien des Requiems:

Bariton Detlef Roth hat in Bayreuth von 2008 bis 2012 den Amfortas in Wagners „Parsifal“ gesungen. Die schwedische Sopranistin Miah Persson hat bereits an der New Yorker Met gesungen. Während Miah Perssons glasklare Stimme mit dem hohen Timbre durch emotionale Wärme beeindruckte, war die Wirkung des Baritons gering. Die Intonation stimmte, aber ein gefühlter Brahms war das nicht.

Hengelbrock aber konnte die auf- und verblühende Klangsprache der romantischen Vokalmusik aus dem Chor herauslocken. Fein dosiert und sehr geschmackvoll gelang das Requiem.

Cornelia Schoof

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