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Trinklieder und eine Oper für Kinder

Lübeck Trinklieder und eine Oper für Kinder

In Lübeck gibt es wieder „Kunst am Kai“. Im zweiten Jahr wird das Musikfestival noch größer.

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Gabriele Pott ist für sechs Wochen Chefin im Hafenschuppen C in Lübeck. Hier gibt es bald zum zweiten Mal „Kunst am Kai“.

Quelle: Olaf Malzahn

Lübeck. Der alte Hafenschuppen C auf der nördlichen Wallhalbinsel wird wieder zur Kulturstätte. Handwerker richten ihn zum Theater auf Zeit her. Am Sonnabend beginnt mit einem Eröffnungskonzert das Festival „Kunst am Kai“. Innerhalb von sechs Wochen wird es 17 Veranstaltungen geben.

Der alte Hafenschuppen C ist ein imponierender Raum von gewaltiger Höhe. Im großen Saal gibt es eine Bühne und Tribünenplätze für 500 Menschen. Dazu entsteht nebenan im Foyer in diesem Jahr erstmals ein kleiner Konzertsaal mit etwa 100 Plätzen. Und auf der Veranda zur Wasserseite wird ein Außenbereich geschaffen. Wenn es das Wetter erlaubt, bieten die neuen „Konzerte zur Blauen Stunde“ auch die Möglichkeit, dem Sonnenuntergang zu folgen. Herzstücke des Festivals sind die Kinder- und Jugendoper „König Artus“ und ein großes Chorwerk, „Carmina Burana“ von Carl Orff.

Junge Menschen zu begeistern, ist ein Anliegen von Gabriele Pott. Die Dirigentin, Chorgründerin und künstlerische Leiterin hat nach „Störtebeker“ im vergangenen Jahr deshalb wieder eine Kinder- und Jugendoper komponiert. Mit „König Artus“ greift sie wieder auf eine Sage zurück. Lässt sich die junge Generation für einen im Mittelalter angesiedelten Stoff überhaupt gewinnen? Auf jeden Fall, sagt Gabriele Pott. „Es geht ja um die allgemeingültige Frage, wie Frieden geschaffen werden kann.“

40 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren werden als Ritter und Kelten auf der Bühne stehen. Ein Jugend- und ein Ausbildungscamp dienten beziehungsweise dienen der Vorbereitung in Tanz, Gesang und Schauspiel. Außerdem sind fünf Gesangssolisten und ein aus 20 Musikern bestehendes Orchester dabei.

Über Carl Orffs Kantate „Carmina Burana“, zweites Herzstück des Festivals, sagt Gabriele Pott: „Jeder kennt das Werk, aber kaum jemand versteht die Geschichte.“ Ein Grund, die Kantate mit ihren Spott-, Trink- und Liebesliedern nicht als reines Chorkonzert aufzuführen, sondern es durch szenische Elemente zu ergänzen. Ein Part, den Solotänzer und eine Kindertanzgruppe übernehmen werden.

Und es kommt ein gewaltiger Chor zum Einsatz. Sein Kern ist Gabriele Potts Lübecker Singakademie mit etwa 80 Mitgliedern. Hinzu gesellen sich 80 bis 90 Gäste.

Dritter Programmteil sind die sieben „Konzerte zur Blauen Stunde“. Es gibt „Tango und Klassik“ mit Sophie Heinrich (Violine) und Jacques Ammon (Klavier) und „Romantische Lieder und Arien über die Poesie der Nacht“. Dazu stehen Veranstaltungen auf dem Programm, die eigentlich keine Konzerte sind: Lesungen des Autors Wolfram Eicke, ein multimediales Abendprogramm über die Generation Y und das Theaterstück „Der Kontrabass“ von Patrick Süskind, gespielt von Jan Becker.

Ohne Sponsoren wäre all das nicht möglich. Zumal die Eintrittspreise von bis zu 25 Euro moderat sind — das Festival soll für alle erschwinglich sein. Und an Neu-Lübecker ist auf besondere Weise gedacht: Pro Vorstellung werden 20 Karten Flüchtlingen zur Verfügung gestellt.

Im vergangenen Jahr, als Gabriele Pott mit „Kunst am Kai“ begann, war nicht klar, dass es 2015 wieder ein solches Festival geben würde. „Der große Zuspruch hat mich bewogen, es noch einmal zu veranstalten“, sagt sie. Zu den Besonderheiten zählt für sie, dass das Festival im wesentlichen in Lübeck für Lübeck gemacht wird. Eine weitere Besonderheit ist der Ort. Denn die alten Hafenschuppen auf der nördlichen Wallhalbinsel sollten eigentlich abgerissen werden. Inzwischen wird jedoch über ein neues Bebauungskonzept für das Areal nachgedacht.

Da ist der Gedanke der Festivalleiterin nicht abwegig, Schuppen C dauerhaft für kulturelle Veranstaltungen zu nutzen. Aufwändige Auf- und Abbauten könnte man sich dann sparen.

Der Spielplan
Eröffnungskonzert „. . .mit Witz und Fantasie“ am Sonnabend, 8. August, 19 Uhr.

„Konzerte zur Blauen Stunde“ am 14.8.: „Tango und Klassik“, 22.8.: „Nacht und Träume“, 3.9. und 11.9.: „Opium, Geist und Büffeldreck“, Lesung mit Wolfram Eicke, 5.9. und 6.9.: „If — Wer wir sind“, 13.9.: „Der Kontrabass“, Ein-Personen-Stück von Patrick Süskind mit Jan Becker, jeweils 20 Uhr.

„König Artus“, Kinder- und Jugendoper vom 28.8. bis 30.8 und 4. bis 6.9.

„Carmina Burana“, am 19. und 20.9, jeweils 19 Uhr.

Karten: www.kunst-am-kai.de und unter Tel. (0451) 5821606.

Liliane Jolitz

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