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Kultur im Norden Trio Marc Chagall in Schwansee
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20:21 05.07.2013

Das siebte seiner 25 Konzerte gab Matthias Schorn (30), der Preisträger in Residence der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, am Donnerstag im Klützer Winkel. Im „Pferdestall“ des Schlossgutes Groß Schwansee. Allerdings nicht als Solist, der — nach einem Wort von Intendant von Hülsen — „gegenwärtig das musikalische Mecklenburg-Vorpommern um seine Finger wickelt“, mit denen er so exzellent Klarinette spielt. Hier präsentierte er sich als Kammermusikspieler, der sich auch vorzüglich ins Ensemble einpassen kann.

Er musizierte dort mit seinem 2004 gegründeten Trio Marc Chagall, Freunden aus gemeinsamen Wiener Studientagen: der Wiener Cellistin Maria Grün (30) und dem Linzer Pianisten Nikolaus Wagner

(33). Sie sind gut aufeinander abgestimmt, streben aber nicht nach glattgebügelter Homogenität. Jeder behält sein musikalisches Naturell: Wagner markant und kraftvoll (sodass eine Basssaite nicht widerstehen konnte und riss), Grün klangschön, die Melodiebögen leidenschaftlich aussingend, Schorn mit einer geradezu souveränen Gelassenheit. Aber sie gleichen diese Differenzen wirkungsvoll aus.

Erinnerungsfreudig wiederholten die Drei das Programm jenes Konzertes, mit dem Matthias Schorn 2005 den Solistenpreis der Festspiele errungen hatte: Am Anfang Beethovens „Gassenhauer“-Trio op. 11 (1797), frisch, lebendig und unterhaltsam gespielt — und im letzten Satz gab Schorns Klarinette die freche Schalmei. Dann eine „Hommage à Marc Chagall“ (1987) des russisch-israelischen Komponisten Josef Dorfman († 2006), dessen skizzenhafte Faktur mit ihren avancierten, erschreckten und erschreckenden Klangmixturen, durchwoben von melancholischen Klezmerfiguren effektvoll dargeboten wurde.

Die Herausforderung war das Brahms-Klarinetten-Trio op. 114 (1891), ein Spätwerk, sehr dicht, geheimnisvoll und mit ungenierten Altersrücksichtslosigkeiten; für Könner leichter zu spielen als tiefgründig durchzugestalten. Das Chagall-Trio entschloss sich zu einer sehr geradlinigen, transparenten Gestaltung, mit schönen Klangbalancen, im spannenden Wechsel von Verschmelzungs- und Spaltklängen, in der dann aber doch wohl sein tiefes Geheimnis unerhört blieb.

Heinz-Jürgen Staszak

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