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Ulrich Tukur in der MuK: frech, respektlos und sehr witzig

Lübeck Ulrich Tukur in der MuK: frech, respektlos und sehr witzig

Musik und große Unterhaltungskunst in der Lübecker MuK: Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys präsentierten am Wochenende ihr Programm „Let‘s Misbehave“ mit viel Jazz und Swing der 1920er- und 1930er-Jahre in neuen Arrangements - der Rest frech, respektlos und sehr witzig. Am Ende gab's zu Recht viel Applaus.

Swing mit Scherz-Programm: Ulrich Tukur am Flügel, Gitarrist Ulrich Mayer als üppige Blondine in „Let‘s misbehave“.

Quelle: Olaf Malzahn

Lübeck. Wenn gleich zu Beginn ein Herr mittleren Alters im rosafarbenen Kleid und mit blonder Perücke als üppige vollbusige Blondine auf die Bühne hüpft, ein großgewachsener Mann ohne Kopf hinzukommt und dann auch noch ein ziemlich kurz geratener Kollege im Tutu hereintänzelt, ist man schon mittendrin. Ulrich Tukur und seine dreiköpfige Band namens Rhythmus Boys präsentieren in der Lübecker Musik- und Kongresshalle ihr Jubiläumsprogramm „Let‘s Misbehave“.

Durch schlechtes Benehmen fallen die vier Herren nicht auf — von wenigen Ausnahmen wie einem kurzen Tukur-Furz ins Mikrofon einmal abgesehen. Der musikalische Teil besteht überwiegend aus Jazz und Swing der 1920er- und 1930er-Jahre in neuen Arrangements, der Rest ist frech, respektlos und sehr witzig.

Tukur, bekannt als Schauspieler, Pianist und Sänger, hat die Band offenbar nach optischen Gesichtspunkten ausgesucht: Kontrabassist Günter Märtens ist 2,08 Meter groß (Tukur: „Da oben gedeihen nur noch Flechten und Moose“), Schlagzeuger Kalle Mews scheint ihm nicht einmal bis zum Gürtel zu reichen. Von der Größe her am unauffälligsten ist Gitarrist Ulrich Mayer, der aber durch eine schwungvoll ins Gesicht gegelte Haartolle im Gedächtnis bleibt.

„Schauen Sie sich das an: Sie sehen besser aus, als sie spielen können“, behauptet Tukur, als seine Musiker, die inzwischen dunkle Anzüge tragen, die Plätze an ihren Instrumenten einnehmen. Was nicht stimmt, denn spielen (und singen) können sie selbstverständlich auch. Es sind durchaus nicht nur Titel von Cole Porter („Let‘s misbehave“, „Don‘t fence me in“), Irving Berlin (Puttin‘ on the Ritz“) und George Gershwin („Begin the Beguine“), die vorgetragen werden. Aber diese großen Drei spielen eine besondere Rolle. Denn Tukur erzählt aus deren Leben — Wahres, Halbwahres und Erfundenes.

Tukur, den man als Schauspieler in ernsten Rollen kennt, ist auch ein begnadeter Humorist. Nichts scheint er ernst zu nehmen, alles ist ihm zuzutrauen. Zum Beispiel, wenn er eine Zuschauerin auf die Bühne holt, die angeblich mit ihm einen Stepptanz hinlegen soll. Muss sie nicht, sondern nur seine Jacke halten. Den (gefakten) Stepptanz macht Tukur allein.

Schlechte Witze kann Tukur aber auch. Und überhaupt lebt der Abend von Ausflügen, die in Regionen führen, die unterhalb der Gürtellinie anzusiedeln sind. Zum Beispiel dieser Witz, den Tukur erzählt: Irving Berlin, der im Altenheim lebt, wird von einer alten Dame gefragt, ob sie mal dessen Glied halten dürfe. Nein, bedauert Berlin, das habe er schon Mrs. Smith versprochen. „Was hat die, was ich nicht habe?“, will die Frau wissen. Berlins Antwort: „Parkinson“. Tukur trägt es mit so viel Grandezza vor, dass es nicht schmerzt.

Auf wundersame Weise können Tukur und die Rhythmus Boys alles in Witz verwandeln. Ein Höhepunkt des kultivierten Unfugs ist das „Fliegenlied“, kein Jazz oder Swing, sondern ein mit elektronischer Musik unterlegter Titel. Drei Herren tragen seltsame Brillen, gebastelt aus zwei Teesieben, und Fliegenklatschen in der Hand. Als Fliege muss der arme Drummer herhalten, der ab und zu mal einen mit der Klatsche bekommt. Hier wird auf Deutsch gesungen. Bei seinen Wortbeiträgen wechselt Tukur — auch sprachlich ein Multitalent — auch mal ins Italienische, Französische oder Hessische.

Nach gut zweieinhalb Stunden gibt es viel Applaus. Und am liebsten würde man sich verneigen. Denn man hat einen der seltenen Abende erlebt, die einen gelöster und lebensfroher in die milde Vorweihnachtsnacht hinaustreten lassen, als man gekommen ist.

Tukur im „Tatort“ unter Mordverdacht
Alleskönner Ulrich Tukur (58) ist vor allem als Schauspieler bekannt. Seit 2010 ist er auch „Tatort“-Kommissar“. In dieser Rolle macht er sich zwar rar, am Sonntag, 27.
Dezember, ist er aber wieder in einer Folge des Hessischen Rundfunks zu sehen. In dem Krimi „Wer bin ich?“ geht es doppelbödig zu. Tukur spielt wieder den Wiesbadener LKA-Ermittler Felix Murot. Aber die Rolle spaltet sich ab und beginnt, ein Eigenleben zu führen. Während der Dreharbeiten wird Tukur wegen Mordverdachts verhaftet — er soll den Aufnahmeleiter umgebracht haben.

Sonntag, 27. Dezember, 20.15 Uhr im Ersten

Liliane Jolitz

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