Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kultur im Norden Unbekanntes von Hans Fallada
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Unbekanntes von Hans Fallada
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:10 09.01.2018
Berlin

Es ist erst einige Jahre her, dass Hans Falladas Meisterwerk „Jeder stirbt für sich allein“ eine beispiellose Wiederentdeckung erlebte. Zum 125. Geburtsjahr des Autors (1893-1947) hat der Aufbau Verlag jetzt einen Band mit bisher weitgehend unbekannten Geschichten veröffentlicht, der einen neuen und berührenden Einblick in sein zerrissenes Leben gibt.

„Literatur und Leben verhalten sich bei Fallada wie in einem Spiegelkabinett“, schreibt Peter Walther, der die 27 Erzählungen und literarischen Notizen bei der Recherche zu seiner vielgelobten Fallada-Biografie entdeckt hat. Sie waren bisher gar nicht oder nur in einer Zeitung veröffentlicht.

Unter dem Titel „Junge Liebe zwischen Trümmern“ wird von Anfang an die Tragik deutlich, unter der dieses Leben steht. 1893 als Sohn einer gutsituierten Juristenfamilie in Greifswald geboren, litt Fallada – mit bürgerlichem Namen Rudolf Ditzen – zeitlebens unter Depressionen, Alkohol- und Drogensucht. Immer wieder musste er in die Psychiatrie, zwei Mal auch ins Gefängnis. Wie schwer das Aufrappeln jedes Mal wieder war, lässt die Erzählung „Der Strafentlassene“ nachempfinden – ein Vorgriff auf den Erfolgsroman „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“ (1934).

Wie die großen Romane, so lebt auch dieser Band von dem genauen Blick, den Fallada auf das Leben der kleinen Leute hat. Das gilt etwa für die luftig leichte, aber eigentlich tieftraurige Geschichte einer Liebe, die an Aknepickeln scheitert. Besonders berührend ist Falladas „Pfingstgruß an Achim“, eine heimliche Liebeserklärung an seinen jüngsten Sohn, den er mit zwei Geschwistern und der Mutter Suse für eine junge, ebenfalls morphiumsüchtige Frau verlassen hat.

„Junge Liebe zwischen Trümmern“ von Hans Fallada, Aufbau Verlag, 298 Seiten, 20 Euro

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mariana Lekys Roman „Was man von hier aus sehen kann“, der seit langem auf der „Spiegel“-Bestsellerliste zu finden ist, ist einer von sechs Titeln im Wettbewerb um den Preis der Literatour Nord. Am Montag stellte die Schriftstellerin ihn im Buddenbrookhaus vor.

09.01.2018

Früher waren Feine Sahne Fischfilet eine Punkband von vielen. Inzwischen sorgt die Gruppe aus Mecklenburg-Vorpommern in der ganzen Republik für viel Aufsehen. Das hat auch mit ihrer früheren Erwähnung im Verfassungsschutzbericht zu tun. Freitag gibt es ihr neues Album.

09.01.2018

Der monatelang in der Türkei inhaftierte Berliner Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner sitzt bei der 68. Berlinale in der Jury zur Vergabe des Friedensfilmpreises.

09.01.2018