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Kultur im Norden Unesco-Beirat: Durchbruch für Neubau auf Theaterplatz
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11:10 03.02.2016
Blick in die Zukunft: Die Animation zeigt die geplante Bebauung an der Ecke Mecklenburger Straße/Kleinschmiedestraße. Animation: beck interpolar
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Wismar

 „Wir sind auf einem guten Weg, dass es losgehen kann“, so Prof. Volkwin Marg, Sprecher des Expertengremiums, das die Hansestadt bei Entwicklungen in der Altstadt maßgeblich berät.

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Blick in die Zukunft: Die Animation zeigt die geplante Bebauung an der Ecke Mecklenburger Straße/Kleinschmiedestraße. Animation: beck interpolar

Der neue Entwurf greift zum einen die Kleinteiligkeit der Häuser entlang der Kleinschmiedestraße und der Theatergaststätte auf, zum anderen die Ansicht in der Mecklenburger Straße.

Die ersten Entwürfe waren im Sachverständigenbeirat auf Ablehnung gestoßen. Von einem Ufo, das wie ein Fremdkörper daherkommt, war die Rede. Das als Solitär geplante Gebäude griff die Formensprache der Umgebung nicht auf.

Nach zwei vergeblichen Anläufen hatte die Bauunion Wismar als Investor das Architekturbüro gewechselt. „Wir sind dankbar für das frische Blut und den neuen Ansatz“, so Prof. Marg am Montag im Zeughaus. Dem früheren Theater billigte er eine Sonderstellung als Solitärgebäude auf einem kleinen Platz zu, nicht aber einem Haus für Wohnzwecke.

„Das war ein Durchbruch. Der neue Ansatz, der sich an die Nachbarbebauung orientiert, hat überzeugt“, so Bürgermeister Thomas Beyer (SPD).

In dem Neubau, einschließlich des kleineren Zweigeschossers im hinteren Bereich, entstehen 25 Wohnungen sowie eine Tiefgarage. Insgesamt 39 Autostellplätze werden geschaffen. Die Zufahrt erfolgt über die Mecklenburger Straße.

In der Sitzung des Unesco- Sachverständigenbeirates am 23. Mai soll das Vorhaben ein letztes Mal diskutiert werden. Allerdings geht es dann nur noch um Details der Fassadengliederung.

Mit dem Ergebnis der Beratungen am Montag war Bauunion-Geschäftsführer Jörg Hinrichs insgesamt zufrieden: „Wir sind weg von einem Solitärbau und haben uns mit dem neuen Entwurf bewusst an der Nachbarbebauung orientiert. Das ist angekommen.“ Ein positiver Bauvorbescheid liege vor, das mache vieles einfacher. Der Bauantrag werde so schnell wie möglich gestellt. Ob 2016 noch mit dem Bau begonnen werden kann, sei noch nicht abzusehen. Denkbar sind auf jeden Fall der Abbruch des früheren Bühnenhauses und archäologische Untersuchungen, damit es 2017 in die Vollen gehen kann. Bei den Gründungsarbeiten für den Neubau ist von einem enormen Aufwand auszugehen.

Zufrieden zeigte sich gestern auch Christian Beck von „beck / interpolar architekten + ingenieure“ aus Wismar: „Der vorgestellte Entwurf für das Grundstück des ehemaligen Theaters geht mit der Schaffung von innerstädtischem Wohnraum auf die heutigen Bedürfnisse der sich weiterentwickelnden Hansestadt ein. Über die weitere Belebung des Theatervorplatzes nimmt der Entwurf Bezug auf die Geschichte des Ortes und schließt gleichzeitig eine weitere Lücke in der historischen Altstadt. Die Größe und Gliederung des neuen Baukörpers vermittelt dabei in sehr feinfühliger Art zwischen den unterschiedlichen Gebäuden des benachbarten Bestandes und liefert zugleich einen Beitrag zum zeitgemäßen Bauen in einer gewachsenen Stadt.“

Am 2. Oktober 1842 war die feierliche Eröffnung des damaligen Theaters. Der repräsentative Bau stand am 9. Januar 1948 in Flammen.

Sachverständige bringen weitere Projekte auf den Weg
In der Frischen Grube 27 in der Hansestadt Wismar kann ein Einfamilienhaus errichtet werden. Der Unesco-Sachverständigenbeirat sprach am Montag von einer überzeugenden Lösung. Zwischen der Häuserzeile und dem Königspeicher sind zwei Parzellen als Folge von Bombenabwürfen im Zweiten Weltkrieg frei. Eine kann nun bebaut werden, die andere bleibt ein Biergarten.
Keine Einwände gab es auch für den geplanten Neubau in der Böttcherstraße 27. Die Nachbarhäuser sollen wieder hergestellt werden.
Im Bereich des früheren Holzhafens ist ein zweigeschossiges mit Holz verkleidetes Haus für Atelier und Werkstatt im Erdgeschoss sowie Wohnen darüber vorgesehen. „Das passt gut und ist ein weiterer kleiner Baustein für gewerbliche Tätigkeit“, so der Beiratsvorsitzende Prof. Volkwin Marg zu dem Vorhaben einer Möbeldesignerin.
Ein großes Vorhaben für die Hansestadt Wismar ist das Projekt „Forum St. Marien“. Bei der Beratung am Montag ging es um die neuen Antragsunterlagen für nationale Projekte des Städtebaus. Im vergangenen Jahr kam Wismar bei großer Konkurrenz nicht zum Zuge. 2016 wird ein neuer Anlauf unternommen. Die Stadt kalkuliert erneut mit 3,56 Millionen Euro. Bei 90-prozentiger Förderung müsste die Stadt 356000 Euro aufbringen. Bis April, so Bürgermeister Thomas Beyer, muss der Antrag gestellt werden.

Beim Gotischen Viertel geht es um eine Reihe von Maßnahmen, wie zum Beispiel Höhe und Abdeckung der Grundmauern des ehemaligen Kirchenschiffes von St. Marien, archäologische Untersuchungen, Freilegung von noch vier Säulen und Gestaltung des Innenraums von St. Marien, Glasabdeckung für die Alte Schule (?), Anzahl von Parkplätzen und die Frage, wie die Holzbuden im Eingangsbereich von St.
Marien ersetzt werden.Heiko Hoffmann

Heiko Hoffmann

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