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Universalgenie Winston Churchill

Lübeck Universalgenie Winston Churchill

Das Günter Grass-Haus zeigt den britischen Staatsmann als Schriftsteller und Maler. Es ist die erste Churchill-Ausstellung in Deutschland.

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Churchill (r.) im September 1946 mit dem Schweizer Unternehmer Willy Sax (l.), der dem Briten die Künstlerfarben lieferte.

Quelle: Sax Farben

Lübeck. Winston Churchill (1874- 1965) hat die Geschichte des 20. Jahrhunderts maßgeblich beeinflusst. Er war britischer Premierminister während des Zweiten Weltkrieg und stimmte die Briten auf den Widerstand gegen Hitler- Deutschland ein („Wir werden unsere Insel verteidigen, wie hoch auch immer der Preis sein mag.“), und er spielte 1945 eine dominierende Rolle auf der Potsdamer Konferenz. In den 1950er Jahren errang er eine zweite Amtszeit.

Fast vergessen ist, dass Churchill 1953 den Literaturnobelpreis für sein sechsbändiges Werk „Der Zweite Weltkrieg“ bekam, und überhaupt, dass der Politiker ein begnadeter Autor war. Völlig verborgen geblieben ist, dass er auch malte. Mit den beiden künstlerischen Talenten ist Churchill ein Fall für das Lübecker Günter Grass-Haus, dessen Augenmerk Künstlern gilt, die – wie der Namensgeber – in Literatur und Bildender Kunst zu Hause sind oder waren.

Vom 12. November an zeigt das Grass-Haus „Winston Churchill – Schriften, Reden, Bilder“ – als erste deutsche Ausstellung zu dem Staatsmann. Elf seiner Gemälde werden zu sehen sein, dazu persönliche Gegenstände und Manuskripte. Ziel der Ausstellung sei zu illustrieren, „wie das politische, literarische und bildkünstlerische Schaffen Churchills einander bedingen und kontrastieren“, verrät Museumsleiter Jörg-Philipp Thomsa.

Mit dem Malen begonnen hatte Churchill 1915, nachdem er als Marineminister zurücktreten musste. Farbenfrohe Landschaftsidyllen habe er gemalt, die in deutlichem Kontrast zu den rhetorisch ausgefeilten Reden und wortmächtigen Schriften des Politikers stünden, sagt Thomsa. Doch Churchill selbst habe die Malerei mit der Schlachtenführung im Krieg verglichen. Das Bild „The Goldfish Pool at Chartwell“ (1932) aus dem Besitz von Churchills Tochter Mary Soames wurde vor zwei Jahren für mehr als zwei Millionen Euro versteigert. Das Gemälde verschwand aus der Öffentlichkeit, es wird also nicht in Lübeck zu sehen sein.

Ein aussagekräftiges Foto aber ist schon eingetroffen. Es zeigt Churchill 1946 in der Schweiz. Dort hielt er seine berühmte Rede zur europäischen Versöhnung, die mit den Worten endete: „Let Europe arise!“ Sein Schweiz-Aufenthalt diente ihm auch zu privaten Zwecken: Er wollte Willy Sax treffen, den Hersteller hochwertiger Künstlerfarben. Sax wurde zum Lieferanten und Freund Churchills. Das Foto zeigt die beiden in Urdorf, wo Willy Sax’ Unternehmen bis heute tätig ist.

 mib

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