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„Unterwerfung“: Solo für Selge

Hamburg „Unterwerfung“: Solo für Selge

Frankreich im Jahr 2022. Der Front National ist stärkste Partei. Um zu verhindern, dass die Rechtsextremisten an die Macht kommen, koalieren die etablierten Parteien mit einer islamischen Gruppierung.

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Edgar Selge (65) verkörpert Houellebecqs Figur des intellektuellen Versagers François.

Quelle: Simon

Hamburg. Frankreich im Jahr 2022. Der Front National ist stärkste Partei. Um zu verhindern, dass die Rechtsextremisten an die Macht kommen, koalieren die etablierten Parteien mit einer islamischen Gruppierung. Der muslimische Politiker Mohamed Ben Abbès wird Staatspräsident, Frankreich verwandelt sich schleichend in einen Staat mit islamischer Gesellschaftsordnung samt Scharia und Polygamie. Das ist das provokante Szenario des Romans „Unterwerfung“ von Michel Houellebecq, der nach seinem Erscheinen vor einem Jahr nicht nur in Frankreich heiße Diskussionen auslöste. Eine Bühnenfassung hat heute Premiere am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Regie führt Intendantin Karin Beier, die ihre verdichtete Fassung als „Kopfgeschichte“ und „Gedankenexperiment“ bezeichnet. Der Bühnen-, Film- und Fernsehstar Edgar Selge, der nach längerer Abstinenz ans Schauspielhaus zurückkehrt, wo er 2004 in einer denkwürdigen „Faust“-Aufführung zu erleben war, verkörpert in seinem Monolog einen Literaturwissenschaftler, den Houellebecq als Beispiel betrachtet für das Versagen der Intellektuellen in einer Gesellschaft, die sich, so Beier, selbst zerstört.

HeH

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