Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kultur im Norden Schmetternde Trompeten des Weltgerichts
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Schmetternde Trompeten des Weltgerichts
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:51 10.09.2018
Überzeugender Abschluss für „Kunst am Kai“ mit Gabriele Pott. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Zum Abschluss gab es an zwei Abenden riesigen Applaus für eine überzeugende Darbietung: Mit zwei Aufführungen des Requiems von Giuseppe Verdi beendete Gabriele Pott im Schuppen C der Wallhalbinsel die fünfte Spielzeit von „Kunst am Kai“.

Gabriele Pott bot nicht nur eine rein musikalische Wiedergabe des siebensätzigen Werkes. Sie hatte für die Gesangssolisten eine sparsame Choreographie erdacht. Ein schräg gestelltes Kreuz war an einen Pfeiler geheftet. Dorthin brachten die Solisten Blumen, knieten zum Gebet nieder. Schon beim Einzug legten Mitglieder des Chores weiße Totenhemden vor dem Kreuz ab. Beim abschließenden „Libera me, Domine“ öffnete die Solosopranistin die Tore nach draußen, die Tore zu Freiheit und Erlösung.

Eine weitere gelungene Idee von Gabriele Pott: Das Agnus Dei, inmitten schmetternder Trompeten des Weltuntergangs eine besonders wohltuende Klang-Oase, wurde von den Jungen der Knabenkantorei und den Mädchen des Canta!-Chores angestimmt. Der 200 Personen starke Hauptchor, Lübecker Singakademie mit Gästen, verband sich mit den Kindern, die ihren Part auswendig sangen. Der große Chor hatte seine Höhepunkte im mehrere Male auftauchenden erschütternden „Dies Irae“, in den Fugen des „Quam olim Abrahae“ oder im Schlusssatz.

Durchschlagskraft und saubere Deklamation zeichneten den Chor aus. Gabriele Pott am Dirigentenpult war in ihrem Element, hielt das Geschehen inspirierend zusammen. Die Gesangssolisten füllten ihre Partien mit Begeisterung und schönen Stimmen aus.

Aufflammende Höhen und Substanz hatte die Sopranistin Karen Leiber einzubringen. Großes Hörvergnügen bereitete Wioletta Hebrowska (Mezzo) in allen Lagen. Matthias Koziorowski (Tenor) stemmte mit sicherem Strahl auch die höchsten Töne. Mario Klein (Bass) fügte sich mit geschmeidiger Stimmführung ein. Dass die tiefsten Töne nicht bis in die letzte Reihe dringen, ist verständlich. Langanhaltender, einhelliger Beifall nach der packenden 90-Minuten-Aufführung.

Konrad Dittrich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Kultur im Norden Travejazz Festival - Auf Augenhöhe

Ein kleines Festival feierte in Lübeck seinen fünften Geburtstag mit großen Auftritten: Das Travejazz Festival kann sich mit seinem eindrucksvollen Programm und tollen Konzerten mit dem „großen Bruder“ Jazz Baltica messen lassen.

10.09.2018

Der Lübecker Trompeter Michel Schroeder hat am Sonnabend den Lübecker Jazzpreis gewonnen. Der 23-Jährige bedankte sich dafür mit seinem Qiuntett auf dem Travejazz Festival mit einem Konzert.

08.09.2018
Kultur im Norden Verschenkter Auftakt der Schauspiel-Saison - Viel Lärm

Ein fragwürdiges Regiekonzept, weil die Stringenz der Erzählung fehlte. Geschrei statt Artikulation. Schauspieler, die mit Masken agieren mussten: Horváths „Glaube Liebe Hoffnung“ enttäuschte.

08.09.2018