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Verdis Requiem in Vollendung

Lübeck Verdis Requiem in Vollendung

Ein solches Konzert erlebt man nur selten. Die Aufführung von Giuseppe Verdis Requiem im Lübecker Dom wurde zu einem Triumph für alle Beteiligten und zum bewegenden Erlebnis für die Zuhörer.

Lübeck. Ein solches Konzert erlebt man nur selten. Die Aufführung von Giuseppe Verdis Requiem im Lübecker Dom wurde zu einem Triumph für alle Beteiligten und zum bewegenden Erlebnis für die Zuhörer.

Dem Dirigenten Hartmut Rohmeyer stand eine vorzügliche Besetzung zur Verfügung. Der Domchor wurde verstärkt durch den Lübecker Sing- und Spielkreis und den Chor des Theaters Lübeck, es spielten die Lübecker Philharmoniker. Für den großen Glanz dieses Konzertes sorgte das Solistenquartett. Susanne Bernhard (Sopran), Gerhild Romberger (Mezzosopran), Sung Min Song (Tenor) und Andreas Bauer (Bass) harmonierten stimmlich bestens, sie gestalteten ihre Partien passioniert und mit größter Ausdruckskraft. Susanne Bernhards kräftiger und wandelbarer Sopran, der warm timbrierte Mezzo von Gerhild Romberger, Sung Min Songs im Verlauf immer mehr aufblühender Tenor und Andreas Bauers opernerprobter vorzüglich geführter Bass formten ein Quartett von hohem Rang.

Hartmut Rohmeyer ist mit Verdis größter sakraler Komposition wohlvertraut. Er scheute sich nicht, die opernhaften Züge des Werkes herauszuarbeiten, die man Verdi oft zum Vorwurf gemacht hat. Zu unrecht, denn der Text der Totenmesse lässt eine solche musikalische Dramatisierung zu. Schon allein das furchterregende Motiv des Dies irae, das immer wieder die Zeichen der Hoffnung im Requiem in Frage stellt, ist dazu geeignet, dem Publikum Schauer über den Rücken laufen zu lassen. Rohmeyer musizierte diese Passagen mit den ausgezeichnet aufspielenden Lübecker Philharmonikern gründlich aus – ebenso gelungen aber waren auch die lyrischen Passagen, die schon fast kammermusikalischen Charakter haben.

Der Chor sang mit Leidenschaft und großem Können. Derart fein ziselierte dynamische Abstufungen sind selten zu erleben – eine großartige Leistung. Passend in einem Konzert, das man als Zuhörer mit Ergriffenheit und Bewegung erlebte. Und für das man einfach nur dankbar sein muss.

Jürgen Feldhoff

LN

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