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Verhandeln statt vertreiben

Verhandeln statt vertreiben

Berlin. Tag 5 der Volksbühnen-Besetzung, und die Hängepartie für Intendant Chris Dercon und sein Team an der Berliner Volksbühne geht weiter. Die Berliner Kulturverwaltung setzt im Konflikt um die Volksbühne auf Deeskalation statt Konfrontation: Verhandeln statt vertreiben, lautet das Motto.

Die Kulturverwaltung sei „in permanentem Austausch und im Gespräch mit der Intendanz und den Besetzerinnen und Besetzern“, erklärte der Sprecher des Berliner Kultursenators Klaus Lederer (Linke). Der neue Volksbühnen-Intendant Chris Dercon hatte gefordert, dass die Politik „jetzt dringend ihrer Verantwortung nachkommt und handelt“. Auch der Berliner Senat beschäftigte sich gestern mit der Situation an der Volksbühne. „Wir haben darüber selbstverständlich gesprochen“, sagte Vize-Regierungschefin und Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne). Auf die Frage, ob eine Räumung infrage komme, sagte Pop: „Es wird gesprochen und verhandelt. Eine deeskalierende (...) Lösung ist bekanntermaßen immer die beste, die man anstreben kann.“ Florian Kluckert, kulturpolitischer Sprecher der Berliner FDP-Fraktion, erklärte: „Ich erwarte, dass die unrechtmäßige Besetzung mit den Mitteln des Rechtsstaats schnellstmöglich beendet wird, damit das neuberufene Ensemble der Volksbühne endlich ungestört seine Arbeit fortsetzen kann.“

Die Besetzer wollen mit ihrer „transmedialen Theaterinszenierung“ nach eigenen Angaben „ein Zeichen setzen gegen die aktuelle Kultur- und Stadtentwicklungspolitik“. Die Kulturverwaltung erklärte:

„Für die stadtpolitischen Forderungen der Besetzer lassen sich Möglichkeiten eröffnen, diese an vielen Orten der Stadt weiter zu diskutieren.“ Die Forderungen der Besetzer, sich die Volksbühne mit einer kollektiven Intendanz anzueignen, seien nicht erfüllbar.

LN

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