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Verneigung vor einer Legende

Berlin Verneigung vor einer Legende

Album erinnert an Miles Davis, der jetzt 90 Jahre alt geworden wäre.

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Mann mit Trompete: Jazz-Legende Miles Davis.

Quelle: imago

Berlin. . Für einen Jazznerd bedeutet das Gänsehaut, Herzrasen, Erfüllung: Ein Plattenlabel öffnet das Archiv der Musikerlegende Miles Davis und sagt „Nimm, was immer du brauchst“. So geschehen bei Columbia/Legacy. Der Glückliche ist aber kein gewöhnlicher Fan des Trompeters, sondern Robert Glasper, ebenfalls Ausnahmemusiker und Jazzpianist.

Fast ein halbes Jahrhundert Musikgeschichte hat Miles Davis mitgeschrieben. Vor knapp 25 Jahren starb der Mann mit der Trompete. Heute wäre er 90 Jahre alt geworden. Genug Anlass also für die Tribute-Scheibe „Everything's Beautiful“, produziert von Robert Glasper, der auch den Soundtrack für die aktuelle Filmbiografie „Miles Ahead“ geschrieben hat.

„Die Idee hinter ,Everything's Beautiful’ war es zu zeigen, wie Miles die Menschen dazu inspirierte, neue, eigene Kunstformen zu erschaffen“, sagte Glasper. Und so wählte der Grammy-Gewinner bekannte Songs aus der Zeit zwischen Mitte der 1950er bis Mitte der 1970er Jahre, ein paar original Trompeten-Sequenzen und Wortschnipsel. Immer hellwach und in Unruhe, ständig auf der Suche nach Veränderung und Neuem. „In der Musik geht es nicht darum, stillzustehen und sich in einem sicheren Terrain aufzuhalten“, schrieb Miles Davis in seiner Autobiografie „Miles“.

Miles – die Stilikone. Vom Cool Jazz über Hard Bop hin zu modalem Jazz und Jazzrock, all diese Richtungen hat der Trompeter maßgeblich beeinflusst. Und „Everything’s Beautiful“

ist eine recht artige Verneigung der aktuellen afroamerikanischen Musikerszene vor einem ihrer großen Helden, spannt den Bogen mit entsprechenden Zitaten aus seinem Werk. „Das Schöne an diesem Album ist, dass es auf dem Fundament von Miles’ Ideen basiert, auf seiner Vision, seinem Trompetenspiel, seiner Stimme, seinen Kompositionen und seiner Coolness“, sagt Glasper. Und das passt. Miles Davis komponierte seine Musik selten aus. Er notierte meist nur Fragmente, um seinen Musikern kreativen Freiraum zu lassen. Er sagte: „Spiel nicht das, was da steht. Spiel das, was nicht da steht.“ Sie sollten spontan ihr eigenes Ding einbringen. Das war’s. Das machte ihn glücklich.

Miles Davis & Robert Glasper „Everything's Beautiful“ (CD und LP) erscheint am 27. Mai bei Columbia.

LN

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