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Verschärfte Sicherheitschecks bei Rock am Ring

Nürburg Verschärfte Sicherheitschecks bei Rock am Ring

Rammstein, die Toten Hosen und System Of A Down, Unwettergefahr, strenge Sicherheitskontrollen und über 1200 Polizisten – all dies erwartet die Besucher des Festivals „Rock am Ring“, das heute beginnt.

Das bekannteste Rockfestival Deutschlands leitet am heutigen Freitag die Festivalsaison ein. Tickets sind zwar keine mehr zu bekommen, aber 3sat überträgt am Sonnabend die Highlights. 

Quelle: dpa

Nürburg. Am Pfingstwochenende treten 85 Bands auf vier Bühnen auf dem Nürburgring in der Eifel auf. Das wohl bekannteste Rockfestival Deutschlands ist laut den Veranstaltern ausverkauft – fast 87 000 Fans aus dem In- und Ausland würden erwartet. Beim gleichzeitigen Zwillingsfestival „Rock im Park“ mit denselben Bands in Nürnberg mit fast 80 000 Besuchern gebe es gar keine Tickets mehr.

„Rock am Ring“ kehrt in seiner 31. Auflage an den legendären Nürburgring zurück, der in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag feiert. 2015 war das Musikspektakel nach einem Kostenstreit mit den damaligen Eigentümern der Rennstrecke zum rund 30 Kilometer entfernten Flugplatz Mendig ausgewichen. Doch dort wurden laut Veranstalter die Umweltauflagen zu teuer.

In Reih und Glied: Das Festival-Gelände an Nürburgring. Ab heute jedoch nimmt der Alltag hier eine Auszeit.

In Reih und Glied: Das Festival-Gelände an Nürburgring. Ab heute jedoch nimmt der Alltag hier eine Auszeit.

Quelle:

Am Nürburgring, wo „Rock am Ring“ bereits 1985 erstmals über die Bühne gegangen ist, haben sich nun auch Marteria, Broilers, Beginner, Bastille, Beatsteaks, Kraftklub, Liam Gallagher, Donots, Macklemore & Ryan Lewis, Kaiser Franz Josef und 2 Cellos angesagt. Heute und morgen sollen die Lautsprechertürme bis 3 Uhr morgens wummern.

Regenjacke statt Norwegerpulli – Mitte der Woche sagte Diplom-Meteorologe Helge Tuschy vom Deutschen Wetterdienst mit Blick auf das Pfingstwochenende voraus: „Am Freitag kommt wieder feucht-warme Luft von Frankreich. Nachmittags und abends sind kräftige Gewitter zu erwarten.“ Noch happiger könnte der morgige Sonnabend in der Eifel werden mit Blitzen, Donner, Starkregen und Hagel. Weitaus harmloser wird wohl der Sonntag.

Let There Be Rock

Heavy Metal und Hard Rock sind seit Ende der 1960er Jahre die dominierende, kommerziell erfolgreichste Variante der Rock-Musik – ein Milliardengeschäft, aber auch Lifestyle und Leidenschaft. Die Dokumentation „Cum on feel the Noize – Als der Rock zum Metal wurde“ unternimmt einen Streifzug durch die Welt von Heavy Metal und Hard Rock. 3sat zeigt die Dokumentation morgen, 3. Juni 2017, 0.05 Uhr, in Erstausstrahlung. Und wer kein Ticket für Rock am Ring erwischt hat: Zuvor, um 20.15 Uhr, zeigt der Sender Konzertausschnitte von Top-Acts und überträgt ab 22 Uhr die Toten Hosen live.

Auf der ebenen Fläche des Flugplatzes Mendig hat das Festival in den vergangenen zwei Jahren nicht nur mit Musik, sondern auch mit Blitzschlägen und vielen Verletzten Schlagzeilen gemacht. Der Nürburgring gilt mit seinen Gebäuden und Hügeln bei Gewittern als etwas weniger gefährdet. Zudem haben die Veranstalter nun nach eigenen Angaben auf den dortigen Campingflächen hohe Blitzableiter in die Erde rammen lassen, die im Umkreis von 20 Metern Besuchern Schutz bieten sollen. Die sichersten Orte bei Gewittern seien Autos: „Besucher, die freie Plätze in den Fahrzeugen haben, sollen dies mit angeschaltetem Warnblinker signalisieren.“

Die Veranstalter kündigen angesichts des jüngsten Terroranschlags auf ein Popkonzert in Manchester „gründliche Einlasskontrollen und Bodychecks“ in der Eifel an. Taschen und Rucksäcke seien auf dem eigentlichen Festivalgelände untersagt. „Alle Besucher werden um erhöhte Aufmerksamkeit und Wachsamkeit gebeten“, heißt es weiter.

Zudem sollen mehr als 1200 Polizeibeamte am Nürburgring präsent sein, wie der Mainzer Innenminister Roger Lewentz (SPD) im Landtag mitteilte. Geplant sei neben einer Wache vor Ort auch der Einsatz von Zivilbeamten. Ziel sei nicht nur die Eindämmung von Straftaten, sondern auch der „Schutz der Veranstaltung vor Gefahren von außen“. Die Sicherheitsbehörden in Rheinland-Pfalz müssten weiter von einer „hohen abstrakten Gefährdungslage“ ausgehen, „die sich jederzeit in Form von Anschlägen realisieren kann“.

Das erste „Rock am Ring“ gab es im Jahr 1985; damals kamen überraschend 75000 Zuschauer, und aufgrund des großen Erfolgs beschloss man, das Festival jährlich stattfinden zu lassen. Während es im Lauf der Geschichte – bis auf die Verlagerung vom Nürburgring nach Mending – von NegativSchlagzeilen weitgehend verschon blieb, musste es im vergangenen Jahr wegen des Wetters abgebrochen werden.

Bei einem Blitzschlag wurden 15 Personen zum Teil schwer verletzt. Im Dezember schließlich wurde bekanntgegeben, dass das Festival wieder am Nürburgring stattfindet.

LN

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