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Verschärfte Sicherheitschecks beim Hurricane Festival

Scheeßel Verschärfte Sicherheitschecks beim Hurricane Festival

Das Hurricane Festival in Scheeßel startet am Wochenende mit einem grandiosen Line-Up: Und nach dem Terroranschlag beim Konzert von Ariana Grande in Manchester hat der Veranstalter FKP Scorpio die Sicherheitsvorkehrungen für das Hurricane 2017 drastisch verschärft.

Bis zu 70000 Besucher hatte das Hurricane Festival in den vergangenen Jahren. Hier feiern die Fans 2015 den Rapper Cro mit der Pandamaske.

Quelle: dpa

Scheeßel. Nein, es steht nicht gerade gut dieser Tage um den Rock’n’Roll unter freiem Himmel. Das gilt mit Blick auf die Besucher, aber auch für die Veranstalter. Und das werden am kommenden Wochenende auch die Besucher des Hurricane Festivals in Scheeßel spüren. Im vergangenen Jahr wurden die Konzerte gleich am ersten Festivaltag wegen einer Unwetterwarnung unterbrochen. Erst nachdem Technisches Hilfswerk und Feuerwehr große Flächen des Geländes trockengelegt hatten, durften die Bands dann am Sonntag wie gewohnt spielen.

LN-Bild

Hurricane Festival in Scheeßel mit grandiosem Line Up – Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

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Wie das Wetter dieses Mal auf dem Eichenring wird? „Wenn Hurricane ist, regnet es“, lautet eine durchaus belastbare Bauernregel der Fans. Fest stehen Unannehmlichkeiten anderer Art. Nach dem Terroranschlag beim Konzert von Ariana Grande in Manchester hat der Veranstalter FKP Scorpio die Sicherheitsvorkehrungen für das Hurricane 2017 drastisch verschärft. Verboten ist – neben den üblichen „No Gos“ wie Messern, Waffen und Flaschen – nun auch die Mitnahme von Rucksäcken, Beuteln und Tetrapaks.

Auf der Facebook-Seite des Festivals macht sich Unmut breit. Wer auf dem Hurricane übernachte, sei es als klassischer Camper oder in kostspieligeren Resorts, nimmt traditionell gern Getränke in Tetrapaks mit auf das Gelände. So vermuten einige Fans hinter der Maßnahme einen Trick, um überteuerte Getränke an Mann und Frau zu bringen. Wegen des wechselhaften Wetters führen viele Besucher überdies gern Rucksäcke bei sich. Gemäß den verschärften Einlassbedingungen sind nun nur noch eine kleine Bauch- und Gürteltasche erlaubt. Erstmals wird bei potenziellen Notlagen während des Hurricane Festivals eine Sirene eingesetzt. Diese wird noch vor dem Start des Spektakels am Eichenring in Scheeßel getestet.

Beschwichtigt werden dürften die Rockfans durch das formidable Programm auf den drei Open-AirBühnen und der „White Stage“ im Zelt. Mit Green Day und Blink 182 besuchen zwei immer noch angesagte Post-Punk-Veteranen die Kleinstadt. Nach ihrer Trilogie „Uno“, „Dos", „Tré“ erinnert das Trio Green Day um den charismatischen Billie Joe Armstrong mit dem aktuellen Album „Revolution Radio“ wieder an seine Anfänge. Der gute alte Skatepunk von Blink 182 ist ebenso unverwüstlich. Bei einem Gig in Oberhausen scheiterte der für Gründungsmitglied Tom Delonge eingesprungene Sänger Matt Skiba jedoch gerade an alten Songs wie „All the small things“. Über den großen Teich kommen auch die Bombastrocker Imagine Dragons aus Las Vegas, deren Hits wie „Radioactive“ und „On top of the world“ auf allen Radio-Playlists zu finden sind. Ebenfalls aus den USA reist mit Linkin Park eine der populärsten Rockbands der vergangenen Jahre an. Aus Neuseeland kommt die Pop-Elfe Lorde eingeflogen. Aus Großbritannien sind das Rockduo Royal Blood, Folkpoet Frank Turner sowie Passenger dabei.

Hinter der Frage „Wo ist Panama?“ versteckt sich keine weitere Band, sondern noch eine Neuerung auf dem Festival. Gäste, die einen Diebstahl, Gewalt oder sexuelle Belästigungen melden wollen oder sich einer „Reizüberflutung“ ausgesetzt fühlen, können sich unter diesem Code an geschultes Personal auf dem Gelände wenden. Übrigens kümmert sich der Veranstalter auch um die Belastungen für die Natur. Feuchtbiotope werden eingezäunt, umliegende Wälder sind mit Zäunen geschützt und ein Biologe achtet darauf, dass keine Fledermausquartiere angestrahlt werden.

Seite 20 Jahren Rock auf der Sandrennbahn

Das Hurricane Festival fand in seiner jetzigen Form erstmals 1997 auf der Motorrad-Sandrennbahn Eichenring bei Scheeßel (Niedersachsen, zwischen Bremen und Hamburg) statt. Am 21. und 22. Juni 1997 traten Bands wie Rammstein, Inxs und Bad Religion vor etwa 20000 Besuchern auf. Inzwischen ist die Besucherzahl auf 70000 angewachsen – und das Hurricane Festival zählt zu den größten Rock- und Pop-Ereignissen in Deutschland.

In diesem Jahr findet es von Fr., 23., bis So., 25. Juni statt. Noch 3000 Tickets (ab 199 Euro) sind erhältlich.

www.hurricane.de

 Alexander Bösch

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