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Viel Vergnügen mit drei alten Schachteln

Lübeck Viel Vergnügen mit drei alten Schachteln

Letzte Premiere der Lübecker Sommeroperette wurde bejubelt.

Lübeck. Die letzte Premiere der Lübecker Sommeroperette in diesem Jahr wurde wieder ein voller Erfolg. Das Publikum im ausverkauften Geisler-Theater jubelte den Mitwirkenden der Kollo-Operette „Drei alte Schachteln“ am Ende der Premiere begeistert zu.

Intendant Michael P. Schulz hatte das 100 Jahre alte Werk, das im Lübecker Theater zuletzt vor 79 Jahren zu sehen war, inszeniert und ausgestattet. Es entwickelte sich auf der Bühne ein leicht verwirrendes, aber amüsantes Spiel um Identitäten, Eitelkeiten und Begehrlichkeiten. Das an manchen Stellen jedoch Kürzungen vertragen hätte, nicht jedes Couplet hat die Qualität, dass man alle Strophen hören muss. Vor allem aber hätte der Regisseur durchaus dem Affen mehr Zucker geben dürfen. Wenn die handfeste Köchin Auguste ihren Frust über die dumme Männerwelt zum besten gibt, dann passt es einfach nicht, dass sie dabei sitzt. Mit dem Kochlöffel herumwirbeln müsste sie – so war die Nummer, einer der bekanntesten Gassenhauer der Operette, leider nur ein matter Abglanz dessen, was man daraus hätte machen können. Aber das kann sich noch ausmendeln.

Mit dem achtköpfigen Salonorchester unter Leitung von Sven Fanick aber hat Michael P. Schulz einen guten Griff getan. Das kleine Ensemble brachte tatsächlich das zum Klingen, was eine Berliner Operette ausmacht, die ganze Bandbreite von ausmusizierten schwelgenden Melodien bis zum zackigen Marsch war zu hören. Das klang sehr professionell und präzise. Auch mit seinen drei Tänzerinnen lag der Regisseur richtig, wenngleich sich der Sinn der Tanzdarbietungen nicht immer gleich erschloss (Choreografie: Sarah Schneider). Was Britta Hadeler, Lisa-Marie Tanger und Antje Tolkmitt boten, war mehr als nur ansehnlich.

Im Ensemble strahlte vor allem der Sopran von Jana Thomas in der Doppelrolle von Lotte und Franzi. Eine Erscheinung auf der Bühne, kokett einerseits und verzweifelt, wenn es sein musste. Als leicht verhärmtes „altes Mädchen“ überzeugte Sonja Pitsker als Ursula, Franziska Blaß als Köchin Auguste wirkte stimmlich leicht angeschlagen, bestach aber durch ihr Spiel. Günter Lüdtke war ein hinreißender Cornelius Hasenpfeffer, Gregor Pfeifer als Klaus Kersting geriet an die Grenze seiner stimmlichen Möglichkeiten. Ein vergnüglicher Abend, ein wenig zu lang vielleicht, aber amüsant.

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Nächste Aufführungen: Heute um 15 Uhr, Mittwoch um 19.30 Uhr.

LN

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