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Viel nackte Haut am Hamburger Ohnsorg-Theater

Hamburg Viel nackte Haut am Hamburger Ohnsorg-Theater

„Wenn de Katt ut‘n Huus is“ — Großer Applaus bei der Premiere über eheliche Turbulenzen.

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Zur Sache, Schätzchen: Tanja Rübcke als „Schörlie Freese“ und Till Huster als „Hubert Dubner“.

Quelle: Friedemann Simon

Hamburg. Am Hamburger Ohnsorg-Theater feiert das Stück „Wenn de Katt ut‘n Huus is“ Premiere. Publikumslieblinge wie Erkki Hopf und Sandra Keck verkörpern die Turbulenzen um eheliche Gelüste. Am Ende gab es viel Applaus und Begeisterung beim Premierenpublikum.

Das ist die Story: Milda (Sandra Keck) träumt von Sex, ihr ziemlich schlaffer Angetrauter Schorsch (Erkki Hopf) von Butterplätzchen und eingelegten Zwiebeln im Bett. Kein Wunder also, dass die anglophile Hamburgerin sich zum 25. Hochzeitstag zweite Flitterwochen im englischen Seebad Brighton wünscht, um ihre Ehe wieder in Schwung zu bringen. Doch Schorsch bleibt lieber zuhause. Also düst Milda mit ihrer Schwester Edda (Beate Kiupel) von dannen, die wiederum von ihrem sexuell überambitionierten Angetrauten Gatten Hubert (Till Huster) abgetörnt ist.

Wie das alles vonstatten geht und was dann passiert, erzählt das Lustspiel „Wenn de Katt ut‘n Huus is“ von Johnnie Mortimer und Brian Cooke. 1977 wurde es als „When The Cat ‘s Away“ in Bournemouth (Großbritannien) uraufgeführt. Am Hamburger Ohnsorg- Theater feierte das sehr unterhaltsame Stück am Sonntagabend unter viel Gelächter und Applaus Premiere. Die plattdeutsche Fassung besorgte Manfred Hinrichs, die Inszenierung Gastregisseur Folker Bohnet („Dat Schörengericht“).

Mit einem Sextett aus Ohnsorg- Lieblingen, zu denen auch Tanja Rübcke und Kristina Bremer als aufreizende Sekretärinnen gehören, erzählt Folker Bohnet das Geschehen voller Tempo, Pointen und Turbulenzen. Da der Geschichte jedoch ihre Herkunft aus den 1970er Jahren ein wenig anzumerken ist, steuert der Regisseur gegen und treibt manche Genrekonvention überzeichnend auf die Spitze. Dazu gehört der dargestellte Typen- Reigen — mit Inbrunst verkörpert etwa Till Huster seinen sexgierigen Hubert als wuchtiges Testosteronpaket.

Die Geschichte kulminiert in einer nächtlichen Ausschweifung samt entblößten Oberschenkeln und sogar einem nacktem Popo.

Ein Hingucker ist auch das Bühnenbild, in das Katrin Reimers viel Liebe zum Detail gesteckt hat: So zeugen ein Queen-Porträt im Pop- Art-Stil und eine Standuhr, die als Whisky-Bar dient, mit dem Aussehen des Londoner Glockenturms „Big Ben“ von der Neigung der Hausfrau zur englischen Kultur.

Das Lustspiel basiert auf Johnnie Mortimer und Brian Cookes Drehbüchern der populären Sitcom „George And Mildred“, die von 1976 bis 1979 im britischen Fernsehprogramm lief. Die deutschsprachige Erstaufführung erfolgte in der Übersetzung von Wolfgang Spier 1987 in der Komödie Frankfurt als „Zwiebeln und Butterplätzchen“.

Nächste Termine: 12., 13, 14. 1. jeweils um 19.30 Uhr, 13.1. auch 16 Uhr.

Ulrike Cordes

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