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Viele Missverständnisse und die Kunst der Lüge

Hamburg Viele Missverständnisse und die Kunst der Lüge

Gila von Weitershausen und Peter Bongartz in „Halbe Wahrheiten“.

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In der Kunst der Lüge geübt: Sheila (Gila von Weitershausen) und Philip (Peter Bongartz).

Quelle: Oliver Fantitsch

Hamburg Das Stück „Relatively Speaking“ des britischen Komödien-Meisters Alan Ayckbourn war erstmals unter dem Titel „Halbe Wahrheiten“ 1967 am Hamburger Thalia-Theater unter der Regie von Theo Lingen zu sehen. Ein halbes Jahrhundert später versucht sich wieder ein namhafter Regisseur an der Verwechslungskomödie: Hubertus Meyer-Burckhardt.

Die letzte Inszenierung des Fernseh-Moderators liegt zwar 32 Jahre zurück. Doch Isabella Vértes-Schütter, Intendantin des Hamburger Ernst- Deutsch-Theaters, überzeugte ihn, seiner Liebe zur Bühne noch einmal nachzugeben. Mit Gila von Weitershausen (71) und Peter Bongartz (73) konnten er gleich zwei prominente Zugpferde gewinnen.

Das Verwechslungsspiel in „Halbe Wahrheiten“ nimmt seinen Lauf, als der junge Greg (Tobias van Dieken) Pantoffeln unter dem Bett seiner Freundin Ginny (Katharina Pütter) findet. Heimlich folgt er ihr zum vermeintlichen Haus ihrer Eltern, um dort beim Vater um ihre Hand anzuhalten. Philip (Peter Bongartz) jedoch ist keineswegs Ginnys Vater, sondern deren ehemaliger Chef und Geliebter, den sie nun besuchen will, um die Affäre zu beenden. Der vermeintliche Vater wiederum hegt Zweifel an der Treue seiner Frau Sheila (Gila von Weitershausen) und nimmt deshalb an, dass Greg diese heiraten möchte.

Als schließlich Ginny auftaucht, eskalieren die Missverständnisse.

Wie in allen Ayckbourn-Stücken ist auch „Halbe Wahrheiten“ eine Mischung aus vergnüglicher Farce und Drama im zwischenmenschlichen Bereich. Die Theater- und Film-Veteranen Gila von Weitershausen und Peter Bongartz spielen das Ehepaar, das nach Jahrzehnten Übung in der Kunst der Lüge hat, routiniert und giftig. Etwas mehr Leichtigkeit hätte der Inszenierung gut getan.

„Halbe Wahrheiten“, Ernst- Deutsch-Theater Hamburg, bis 9. Januar.

Alexander Bösch

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