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Kultur im Norden Virtuos, traumwandlerisch und überwiegend albern
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18:28 06.07.2016
Mnozil-Brass: Sieben Herren aus Wien, die sich nicht scheuen, mit Clownsnasen aufzutreten. Quelle: Axel Nickolaus

Da stehen sieben Österreicher auf der Bühne. „Programm nach Ansage“ wird angekündigt, es ist mit „Yes, Yes, Yes!“ überschrieben – und in welcher Sprache wird es verkündet? Auf Spanisch. Das ist der Humor des Blechbläserensembles Mnozil Brass, benannt nach einem Gasthaus im 1. Wiener Bezirk. Es ist zum wiederholten Male vom SHMF angelockt worden, diesmal nach Wotersen, und wieder glänzten die Herren mittleren Alters und bescheidener Schönheit mit zwei Eigenschaften: mit tiefergelegter Albernheit und höchster Virtuosität.

Drei Trompeter, drei Posaunisten, ein Tubist. Diese Zusammensetzung kann wie ein Orchester, eine Bigband oder wie eine intime Combo klingen. Traumwandlerisch navigiert das Septett durch komplexe Arrangements, egal, ob es die Fanfare zu Beginn ist, die in eine Schnulze übergeht, egal, ob ein Pop-Medley, eine Samba, ein Schlager oder die berühmte Pavane von Gabriel Fauré ansteht. Dazu absolvieren die Herren mit vollem Körper- und Grimassen-Einsatz Choreografien, bei denen man Angst hat, dass sie mit ihren Instrumenten aneinandergeraten. Trompeter Gansch und seine Mitstreiter singen auch noch schön und zart, als A-capella-Gruppe würde Mnozil Brass, wenn das Blech einmal nicht zur Verfügung stünde, locker durchgehen („Eine kleine Frühlingsweise...“).

Sie spielen mit Clownsnasen eine große Suite, sie können lauten Krach absondern, aber auch einen delikaten Samtklang hören lassen. Wenn am Schluss einer der Musiker Schuhe und Strümpfe auszieht, um mit den Zehen die Züge seiner beiden Posaunen-Kollegen zu bedienen, mit den Händen die Ventile von zwei Trompeten – dann ist das großer Quatsch; was aus den Instrumenten kommt, ist aber immer noch feiner Mnozil-Sound.

mib

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