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Vom „Abschiedsdinner“ zu Jubiläums-Schnittchen

Lübeck Vom „Abschiedsdinner“ zu Jubiläums-Schnittchen

Seit 20 Jahren wird im Lübecker Privattheater Partout Unterhaltung groß geschrieben — Premiere am Freitag mit französischer Komödie.

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Uli Sandau (l.) und Reiner Lorenz vor Paris-Kulisse für „Das Abschiedsdinner“.

Quelle: Lutz Roeßler

Lübeck. Lübeck. Über den Dächern von Paris — diesen herausgehobenen Platz dürfen Besucher das Theaters Partout ab Freitag einnehmen, wenn „Das Abschiedsdinner“ Premiere hat. Uli Sandau führt Regie in der französischen Komödie, und er ist zusammen mit Reiner Lorenz zugleich künstlerischer Leiter der kleinen Bühne, die in diesem Jahr ihr 20. Jubiläum feiert.

Partout, das kann man mit „unbedingt“, „um jeden Preis“ übersetzen. Und mit einer Unbedingtheit hat Uli Sandau auch von einem kleinen, feinen Privattheater geträumt. Er hat die Schauspielerei von der Pike auf gelernt, Theaterwissenschaften und Psychologie studiert und drei Jahre lang als Regieassistent gearbeitet, als sich mit dem Privattheater Combinale in Lübeck sein Traum zu erfüllen schien, er gehörte zum Gründungsteam. „Aber das damalige Konzept mit vorwiegend Außenproduktion war nicht meins, ich wollte eine feste Bühne bespielen“, erinnert sich der 60-Jährige. Räume fanden sich 1996 im ersten Stock der damaligen Rösterei in der Wahmstraße, und so gründete Sandau zusammen mit Reiner Lorenz, ausgebildet in Pantomime, Gesang und Schauspiel, das Theater Partout. Als die Gemeinnützige vor zehn Jahren eine ehemalige Arztpraxis in der Königstraße zur Schauspielschule und zum Theatersaal umbaute, zog das Partout um. „Wir haben die Räume gemietet, gehören aber nicht zur Gemeinnützigen, sondern sind eigenständig“, betont Uli Sandau.

Die inhaltliche Ausrichtung des Theaters war klar: Unterhaltung. Allerdings nicht zu verwechseln mit plattem Klamauk. „Die Besucher sollen einen schönen Abend haben, aber auch Lust, sich hinterher noch über das Stück zu unterhalten. Wir erzählen Geschichten, die zwar amüsant, aber auch brüchig sind.“ Das kommt offensichtlich an, gut 6500 Zuschauer sehen die rund 90 Vorstellungen im Jahr. Dazu kommen etwa 25 Aufführungen der Schauspielschule, in der die Partout-Männer auch unterrichten.

Großen Erfolg hatte das Partout mit dem „Schnittchen-Ehepaar“ Schmolke, eine Eigenproduktion, gespielt von Sandau und Lorenz. Die erste Episode mit großer Alltagskomik brachten sie 1999 auf die Bühne, das Publikum wollte mehr. Inzwischen liefen über 250 Vorstellungen mit neuen Episoden. „Wir wollten nicht nur darüber definiert werden und haben die Schnittchen auf Eis gelegt“, sagt Sandau. Im September können sich die Fans auf „Jubiläums- Schnittchen“ freuen. Zum 20. Geburtstag gönnt sich das kleine Theater auch ein Fünf-Personen-Stück, was sonst wegen der Gagen zu teuer wäre.

Denn das Theater finanziert sich fast nur aus den Einnahmen. Dann kommt die französische Komödie „Der Vorname“ auf die Bühne.

Am Freitag wird nun erst einmal „Das Abschiedsdinner“ serviert. Dieses Essen bereitet ein Ehepaar zu, das sich von alten Freunden trennen will, mit denen es eigentlich nichts mehr verbindet. Doch nachdem der edle Wein entkorkt und der erste Gang aufgetragen ist, entwickelt sich natürlich alles anders als geplant. ph

„Das Abschiedsdinner“, Premiere am 18. März, 20 Uhr; Tickets: Telefon 0451/70004, www.theater-partout.de

LN

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