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Kultur im Norden Vom Sinn des Lebens
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18:13 15.04.2017
Von Maximilian Buddenbohm journal.redaktion@LN-Luebeck.de

Die Frage nach dem Sinn stellt sich im Leben immer wieder, oft ist es eine unangenehme Frage. Hat man das Richtige gemacht oder macht man wenigstens jetzt gerade etwas, das Sinn hat? Wie misst man Sinn überhaupt, und braucht man nicht, um darüber nachzudenken, einen Richtwert, also eine Moral, eine Philosophie oder gar eine Religion? Und wenn man so etwas hat, ist man wirklich sicher darin? Schwierige Fragen. Irritierend ist dabei auch, dass sich der Sinn im Laufe des Lebens zu ändern scheint, die Erkenntnis von gestern ist plötzlich keine mehr, man hat sich weiterentwickelt. Im Leben der Erwachsenen ist die Sinnfrage so eine Sollbruchstelle im Alltag, immer wieder steht man da und fragt sich: „Warum eigentlich? Was ist der Sinn?“ Wenn man Kinder hat, kann man sich durch sie aber daran erinnern lassen, dass Sinnfragen auch spontan beantwortet werden können, ganz ohne langes Nachdenken. Ich habe heute den größeren Sohn, der mir bei all meinen Verrichtungen im Haushalt konsequent im Weg stand, sehr ungehalten gefragt, ob er nicht bitte zur Abwechslung irgendwas Sinnvolles tun könne. Man wiederholt eben beim eigenen Nachwuchs unweigerlich die Sätze seiner Eltern, es ist manchmal geradezu erschreckend. Der Sohn brauchte überhaupt keine Bedenkzeit, um das von mir geforderte Sinnvolle für sich zu definieren, der wusste gleich und zweifelsfrei Bescheid: „Okay Papa, ich gehe dir aus dem Weg und chille irgendwo.“

Irgendwo chillen und Anforderungen aus dem Weg gehen. Das ist wohl nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber an einem Wochenendtag im Familienkreis ist es vielleicht doch eine zielführende Antwort auf die Sinnfrage. Ich schließe mich dem Sohn da einfach mal an, man soll auch von seinen Kindern lernen.

LN

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