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Von Canaletto bis Richter: Venedig verzaubert die Künstler

Hamburg Von Canaletto bis Richter: Venedig verzaubert die Künstler

Eine Ausstellung in Hamburg zeigt: Die Lagunenstadt zieht nicht nur Reisende an.

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Besucher betrachten eine Szene aus dem ersten öffentlichen Spielcasino: „Glücksspieler im Ridotto“ von Johann Heinrich Tischbein.

Hamburg. . Von Thomas Manns Novelle „Tod in Venedig“ über Donna Leons Brunetti-Romane bis zum Film „Wenn die Gondeln Trauer tragen“: Venedig ist schon immer eine Inspirationsquelle für zahlreiche Künstler gewesen. Wie die Lagunenstadt bildende Künstler über Jahrhunderte hinweg verzaubert hat, zeigt von heute an bis zum 15. Januar eine Ausstellung im Bucerius-Kunstforum in Hamburg.

LN-Bild

Eine Ausstellung in Hamburg zeigt: Die Lagunenstadt zieht nicht nur Reisende an.

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Wie keine andere hat diese Stadt in den vergangenen Jahrhunderten ihre Besucher herausgefordert und Künstler in ihren Bann gezogen.“Franz Wilhelm Kaiser, Direktor des

Bucerius Kunstforums

Zu sehen sind rund 100 Leihgaben aus internationalen Museen, darunter Werke von Vittore Carpaccio, Canaletto, Francesco Guardi, Giambattista Tiepolo, William Turner, John Ruskin, Claude Monet, Wassily Kandinsky, Gerhard Richter und Candida Höfer.

„Es geht um das Bild der Stadt und wie es sich im Laufe der Jahrhunderte verändert hat“, erklärt Kuratorin Kathrin Baumstark. Die Wände vor den Ausstellungsräumen glänzen in Gold, um an den Glanz der „Serenissima“ – „die Durchlauchtigste“ wurde die Stadt einst genannt – zu erinnern. Fast ein Jahrtausend lang war Venedig eine der wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Mächte in Europa. Ihren Ruhm festigten und mehrten Künstler wie Giovanni Antonio Canal, genannt Canaletto, der das Genre der Vedute, der Stadtansicht , als venezianische Leitgattung etablierte.

„Die Ansichten des Canal Grande, des Markusplatzes, der Basilika und des Dogenpalastes machten Venedig in ganz Europa bekannt“, sagt Baumstark. Darstellungen von Prozessionen und Staatszeremonien, aber auch die Porträts der Dogen, etwa in Carpaccios Darstellung von Leonardo Loredan oder Tintorettos Porträt des Dogen Alvise Mocenigo, stärkten den Mythos der Löwenrepublik. Auch die Vergnügungskultur – in Venedig gab es das erste öffentliche Spielcasino – und die Maskerade beim Karneval zogen die Künstler magisch an – so auch den deutschen Maler Johann Heinrich Tischbein (1722- 1789), der die „Glücksspieler im Ridotto“ festhielt.

Nach dem Sturz der Republik Ende des 18. Jahrhunderts und dem Einmarsch Napoleons begann Venedigs Niedergang. „Die Stadt blieb jedoch Ziel englischer Künstler, die in der Tradition der Grand Tour nach Italien reisten“, erläutert die Kuratorin. Zu den ersten Malern, die im 19. Jahrhundert nach Venedig kamen, gehörte William Turner (1775-1851), der gleich mehrere Male in die Stadt reiste. Seine Malerei löste die traditionelle Vedute ab und zeigte Venedig im Spannungsfeld von Licht, Luft und Wasser. „Künstler wie John Ruskin dachten, sie wären die letzten, die Venedig sehen“, erklärte Baumstark. Deshalb hatte er sich vorgenommen, jeden Palast in der verfallenden Stadt zu fotografieren.

Die französischen Impressionisten wie Claude Monet (1840-1926) waren überwältigt von dem besonderen Licht, dem weiten Himmel über der Lagune und den Spiegelungen der Fassaden im Wasser. In der Ausstellung sind seine beiden Gemälde „San Giorgio Maggiore“ und „Der Palazzo Ducale“ (beide 1908) zu bewundern.

Zeitgenössische Künstler wie Gerhard Richter, Candida Höfer und Thomas Struth setzen sich vor allem mit gesellschaftlichen Aspekten auseinander. So zeigt Thomas Struth in „San Zaccaria“ (1995) wie Gläubige und Touristen aufeinanderprallen. Mit einem Augenzwinkern sieht Martin Kippenberger (1953-1997) den Mythos Venedig:  Sein Werk „Sozialkistentransport“ (1989) ist der Nachbau einer Gondel aus billigem Pressholz.

„Venedig– Stadt der Künstler“ im Bucerius-Kunstforum, Rathausmarkt 2, Hamburg, bis 15. Januar. Zur Ausstellung ist ein Katalog im Hirmer-Verlag erschienen 192 Seiten, 29 Euro.

Carola Große-Wilde

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