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Kultur im Norden Von Löffel-Technik bis Porträtmalerei
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19:12 20.05.2016
Matthias Klingbeil erklärt Birgit Sprenger seine Maltechnik.

Großformatige Porträts. Bunte, naive Bilder. Handliches und Abstraktes. Fotos, die Alltägliches in ein völlig neues Licht rücken. Nicht zu vergessen die 100 Bilder, die als optische Wegweiser über das Festivalgelände führen – Lübecks Altstadt steckt voller kreativer Künstler.

Nicht nur Künstler, sondern auch Lebenskünstler ist der Autodidakt Matthias Klingbeil. Eine schmerzhafte Krankheit warf den heute 49-Jährigen völlig aus der Bahn. Seinen Beruf als Maurer musste er an den Nagel hängen. Auch seine zweite Ausbildung als Heilerzieher – perdu. Die Kunst bot ihm neue Perspektiven: Er tut heute das, was er schon als Kind leidenschaftlich gerne gemacht hat – er malt.

Seine bunt-fröhlichen Lübeck-Bilder zieren Ansichtskarten, Tassen und Fliesen. Aber seine eigentliche Leidenschaft gilt der abstrakten Malerei in Acryl und Öl. Er hat eine spezielle „Lack-vom-Löffel-Technik“ entwickelt. Zu sehen sind seine Werke in der Galerie Klingbeil an der Engelsgrube 20. Tagaus/Tagein heißt die Installation der Agentur Bodendörfer Kellow in der Essigfabrik. Die Grafik-Designerinnen Susanne Bodendörfer, Karen Giller und Maysun Kellow zeigen Fotos. Bodendörfer und Kellow haben ihre Handys gezückt, wenn ihnen alltägliche Szenen wie Kunst ins Auge gesprungen sind – zwei Brotscheiben auf dem Frühstückstisch oder Landschaften aus dem Heißluftballon aus betrachtet. Karen Giller hat die von ihr geliebten Wasservögel mit der Spiegelreflex-Kamera festgehalten: Enten, Gänse in der Totalen oder im Detail.

Fotos sind auch der Ausgangspunkt der Porträts von Titia Ohlhaver. Ein Teil ihrer Bilder ist plakativ. Vom Ursprung sind es Druckvorlagen für den manuellen Siebdruck. Andere Bilder malt die gebürtige Hamburgerin mit Acryl, Wachskreiden und Farbstiften. Ohlhaver: „Ich male nur Leute, die mir sympathisch sind.“ Bernd Saxe in Grün-Blau hängt neben David Bowie in Rot und einem abstrahierten Selbstporträt der Künstlerin in Grün – Vorlage war ein Kinderbild in Schwarzweiß (Essigfabrik).

LN

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