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Kultur im Norden Von Männern, Falten — und Schuhen
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20:25 02.11.2013
Ihr neues Album trägt als Titel ihr Alter: Ina Müller fühlt sich mit „48“ ziemlich wohl in ihrem Leben. Quelle: Sandra Ludewig/105 Music
Hamburg

Ist es so schlimm, dass Frauen sich Gedanken um ihr Aussehen machen? Dass Falten nerven und sie sich gern mit Shoppen trösten, wenn Männer ihnen auf die Nerven gehen? Nein!

Gesungen von Ina Müller macht es sogar richtig Spaß hinzuhören, ohne dass man dabei das Bild von nervigen, überschminkten Tussis mit Stiefeltick vor Augen hat.

Die 48-Jährige singt auf ihrem neuen Album „48“ aus dem Leben einer Frau. Es um die ein oder andere Falte, „die du dir mit Ende 40 eben nicht mehr so einfach wegpuderst wie mit Anfang 20“. Es geht auch um Beziehungen: „Ich weiß doch jetzt schon, wie es weiter geht, das mit uns, es dauert genau sechs Jahre und 365 Tage dann fängt alles von vorn an.“

Die Norddeutsche mit der rauchigen Stimme nimmt das Leben gelassen — das meiste lässt sich ja eh nicht ändern, weiß Ina Müller. Zum Beispiel das Altern. „Ich finde das an sich jetzt auch cool, aber man hat ja keine Chance. Um es sich möglichst leicht zu machen, sollte man es einfach akzeptieren“, sagte sie kürzlich in Anspielung auf ihren Song „Spieglein, Spieglein“.

Um die Ecke gedacht, fröhlich und mit einem Augenzwinkern singt Ina Müller über unordentliche Männer, korrupte Hunde und undankbare Kinder. Und ihrer Liebe zu Schuhen „Die streiten sich nie, die bleiben ein Paar, sie würden doch nie alleine ausgehen, sich niemals im Weg stehen.“

Müller weiß, was Frauen bewegt. Die 13 Songs, die sie unter anderem mit Freund und Musiker Johannes Oerding am Küchentisch geschrieben hat, geben Einblick in das Leben einer taffen wie auch nachdenklichen Frau. Das Lied „Meine Schwestern und ich“ zum Beispiel gibt einen Einblick in Müllers Leben auf dem Bauernhof, nimmt die Hörer mit auf eine Reise zurück in ihre Kindheit in dem Dörfchen Köhlen in Niedersachsen. „Hinterm Schützenhaus heimlich getroffen, um Pläne zu schmieden. Jungs geküsst und geraucht. Wir fror‘n uns den Arsch ab und träumten vom Süden. Unser Sansibar, das war Edeka und die Bushaltestelle das Tor zur Welt. Zu den Nachbarn gehen, um mal fernzuseh‘n, großes Kino ganz ohne Geld, Schwestern helfen sich, ich hab vier davon, eine kümmert sich schon, das weiß

ich.“

Das Album gleicht einer gut gemischten Tüte aus Pop, Rock und Balladen. Immer mit der typischen Ina- Note an frechem Witz und guten Pointen. Und wer jetzt denkt, die Musik sei nur etwas für Frauen, irrt — Männer werden ihren Spaß haben. „48“ von Ina Müller ist auf bei Sony Music erschienen.

taf

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