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Von Pubertier und Diskutier

Buchkritik Von Pubertier und Diskutier

Aufmerksame Leser hätten es ahnen können. Auch sein Sohn komme so langsam in die Pubertät, schrieb Bestsellerautor Jan Weiler („Maria, ihm schmeckt‘s nicht!“) am Ende seines Buchs „Das Pubertier“.

 Darin beleuchtete er äußert launig das Teenagerdasein seiner Tochter. Da wundert es kaum, dass Weiler (48) mit einer Fortsetzung mit den Schrullen seines Sohnes nachlegt.

Ähnlich wie schon der Vorgängerroman beschreibt „Im Reich der Pubertiere“ die beiden Teenager wie Versuchstiere im Labor und den Autor als Wissenschaftler. „Im Zuge seiner Forschungen zum Sozialverhalten des Pubertiers ist es dem Versuchsleiter an Heilig Abend gelungen, einprägsame Beobachtungen zu notieren“, heißt es etwa. „Bereits vorher war bekannt, dass es sich beim Pubertier um eine Spezies handelt, die sich in Windeseile in ein anderes Tier verwandeln kann, zum Beispiel in ein Diskutier, in ein Lamentier oder in ein Kommentier.“ In diesem Fall handelt es sich um ein „Boykottier“: Tochter Carla will nicht mit der Familie Weihnachten feiern. Weiler beschreibt sehr unterhaltsam und mit Leichtigkeit die Probleme des Erwachsenwerdens.

Neu hinzu kommen die Eigenarten des männlichen „Pubertiers“, also des 13-jährigen Sohnes Nick. Die weibliche Pubertät lasse sich mit „Schimpfen, Feiern und Schlafen“ beschreiben, erklärt Weiler. „Bei männlichen Vertretern hat der Versuchsleiter ebenfalls drei, aber andere Hauptcharakteristika ausgemacht, nämlich: Schweigen, Eitern — und Stinken.“ Weiler moniert, dass der 13-Jährige ihm nichts mehr aus seinem Alltag erzählen will („Wie war es in der Schule?“ — „Gut.“) und stattdessen stundenlang neben benutztem Geschirr vor seinem Computer sitzt.

Überraschend ist das Nachwort des Autors. Darin schreibt Weiler sehr offen über seine eigene Jugend. „Und es fällt mir nicht viel Schönes dazu ein“, heißt es einleitend. So viel sei verraten: Der Autor hat Gründe für seine Feststellung „Die Pubertät ist ein ziemliches Arschloch“.

Antonia Lange

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